Robuste Konstruktion und vernetzte Bedienung
Neues Bühler-Flockierwalzwerk OLFC verlängert Walzenstandzeiten
Robuste Konstruktion und vernetzte Bedienung
Neues Bühler-Flockierwalzwerk OLFC verlängert Walzenstandzeiten

Robuste Konstruktion und vernetzte Bedienung
Neues Bühler-Flockierwalzwerk OLFC verlängert Walzenstandzeiten
Der OLFC verarbeitet bis zu 500 Tonnen Ölsaaten pro Tag und soll Ausfallzeiten und Energiebedarf reduzieren.
Der Schweizer Technologiekonzern Bühler hat das Flockierwalzwerk OLFC für die Verarbeitung von Ölsaaten vorgestellt. Nach Unternehmensangaben reduziert die verstärkte Konstruktion die Vibrationen gegenüber Vorgängermodellen um bis zu 25 Prozent. Größere Walzen sollen die Standzeit um 150 Prozent erhöhen. Sensorik, Automatisierung und digitale Services liefern Echtzeitdaten zum Maschinenbetrieb und sollen helfen, Wartungsbedarf frühzeitig zu erkennen.
Flockierer pressen aufgebrochene Sojabohnen, Raps oder Sonnenblumenkerne vor der Ölextraktion zu dünnen Flocken. Dieser Schritt läuft kontinuierlich und beeinflusst durch Dicke und Gleichmäßigkeit der Flocken die Effizienz der weiteren Ölgewinnung. Ein OLFC verarbeitet laut Bühler bis zu 500 Tonnen pro Tag. Ungeplante Stillstände können in Anlagen mit mehreren Produktionslinien den Durchsatz deutlich beeinträchtigen.
Verstärkte Bauteile und längere Walzenstandzeit
Gemeinsam mit Kunden identifizierte das Entwicklungsteam besonders belastete Komponenten. Beim OLFC wurden unter anderem Grundrahmen, Lagereinheit, Walzenwellen und Motorbefestigung verstärkt. Riemenscheiben mit größerem Durchmesser senken die Riemenbelastung. Zusammen sollen diese Maßnahmen die Vibrationen um bis zu 25 Prozent verringern.
Die Walzen haben einen Durchmesser von 820 Millimetern statt der branchenüblichen 800 Millimeter. In Verbindung mit einem erweiterten nutzbaren Durchmesserbereich beziffert Bühler die höhere Walzenstandzeit auf 150 Prozent. Ein verbessertes Hydrauliksystem schützt die Maschine vor plötzlichen Druckspitzen, etwa durch Fremdkörper. Der Zahnriemenantrieb soll bis zu vier Prozent weniger Energie benötigen als bei den Vorgängermodellen.
Für Wartungsarbeiten dreht ein Hilfsantrieb die Walzen beim Schleifen mit niedriger Geschwindigkeit. Das soll den Eingriff sicherer und schneller machen. Bühler rechnet vor, dass zwei eingesparte Stunden Stillstand pro Flockierer zusätzliche Verarbeitungskapazität von rund 41 Tonnen ermöglichen können.
„Jede wesentliche Konstruktionsentscheidung beim OLFC verfolgte ein klares Ziel: unseren Kunden zu maximaler Anlagenverfügbarkeit zu verhelfen“, sagt Lukas Spannagl, R&D Project Manager Value Nutrition bei Bühler.
Bedienung und vorausschauende Wartung
Ein neu entwickeltes Automatisierungssystem zeigt den Maschinenstatus auf einem Touchscreen an. Integrierte Sensoren erfassen laufend Leistungsdaten. Betreiber können Daten mehrerer Flockiermaschinen vergleichen und über die Plattform Bühler Insights langfristige Trends verfolgen, um Wartungspläne anzupassen.
„Neue Sensoren, aussagekräftige Datenvisualisierungen und Kundenfeedback haben wir gezielt kombiniert, um Prozesse transparenter zu machen und fundierte Entscheidungen zu erleichtern“, sagt Abdulqadir Abshir, Product Manager Value Nutrition bei Bühler. Das integrierte Prozesswissen soll Bedienende auch bei knapper werdendem Fachpersonal unterstützen.
Mit Kunden entwickelt
In die Entwicklung flossen Rückmeldungen aus Nordamerika, Europa und China ein. Bühler erprobte zwei Prototypen in Sojabohnenverarbeitungsanlagen in den USA; eine der Anlagen ist seit Oktober 2023 unter realen Produktionsbedingungen im Einsatz. Nach der Validierung ist der OLFC laut Unternehmen nun weltweit verfügbar.
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