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Geschäftsführerwechsel bei Streckel & Schrader
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Geschäftsführerwechsel bei Streckel & Schrader
Das Unternehmen Streckel & Schrader hat mit Peter Meinke einen erfahrenen Mann aus der Müllerei und dem Anlagenbau an Bord geholt. Für Geschäftsführer Florian Streckel markiert das mehr als einen personellen Wechsel. Das Unternehmen richtet sich strategisch neu aus. Künftig will Steckel & Schrader stärker als Anbieter kompletter Turnkey-Projekte auftreten.
Streckel & Schrader gehört zu den etablierten Namen im Anlagenbau für die Spezialmüllerei. Das Hamburger Familienunternehmen ist seit Jahrzehnten international tätig und besonders in der Schälmüllerei sowie in der Haferverarbeitung bekannt. An zwei Standorten fertigen und vertreiben 35 Mitarbeiter Maschinen und Verfahren für die Reinigung und Sortierung sowie zum Schälen und Flockieren. Am 1. März 2026 wurde Peter Meinke neuer Geschäftsführer bei Streckel & Schrader neben Florian Streckel. Wie sich das traditionsreiche Unternehmen zukünftig aufstellt, darüber sprechen Florian Streckel und Peter Meinke im Interview.
M+M: Bei Streckel & Schrader gab es mit dem Wechsel in der Geschäftsführung eine personelle Neuaufstellung. Richten Sie sich strategisch ebenfalls neu aus?
Florian Streckel: Mein Bruder Tobias möchte nach mehr als 20 erfolgreichen Jahren als geschäftsführender Gesellschafter aus persönlichen Gründen neue Wege einschlagen. Die Gesellschafterstruktur bleibt unverändert. Unsere Strategie ist klar: neue Impulse durch zusätzliche Führungskompetenz mit Fokus auf nachhaltiges Wachstum. Der Einstieg von Peter Meinke hat eine strategische Bedeutung und mit seiner Erfahrung machen wir den nächsten Entwicklungsschritt für das Unternehmen.
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M+M: Worin besteht der nächste Schritt konkret?
Florian Streckel: Wir haben uns über die Jahrzehnte von einem Maschinenbauer hin zu einem holistischen Anlagenbauer entwickelt, der von Beratung, Planung, Fertigung, Installation bis zur Inbetriebnahme liefern kann. Kunden erwarten oft eine komplette Lösung, sie möchten nicht mehr einzelne Komponenten von verschiedenen Lieferanten beziehen und selbst zusammenführen. Sie wünschen sich einen Partner, der alles aus einer Hand liefern kann. Genau dort positionieren wir uns als Problemlöser, wir denken Prozesse ganzheitlich. Es geht nicht nur um Reinigung oder Schälung, sondern um die gesamte Linie von der Annahme über die Verarbeitung bis hin zu Beiprodukten, Logistik und Automatisierung.
M+M: Das heißt, Sie machen künftig Turnkey-Projekte?
Florian Streckel: Die sind für uns bereits Realität. In Deutschland haben wir in Mühldorf am Inn bei PrimaVera Naturkost und Ceralia vor Kurzem zwei Projekte in Gesamtverantwortung erfolgreich umgesetzt. Der Markt hat sich verändert, die Kunden erwarten eine funktionsfähige Gesamtlösung mit Schaltschrank, Rohrleitungsplanung, Automatisierung und allen sicherheitsrelevanten Anforderungen, etwa bei Maschinen- beziehungsweise Arbeitssicherheit oder Explosionsschutz. Die verarbeitende Industrie hat derzeit große Herausforderungen bei Versicherungsauflagen speziell im Bereich Brandschutz, hier unterstützen wir unsere Kunden mit innovativen Konzepten. Ein wichtiger Partner dabei ist unsere Schwesterfirma Streckel Anlagenbau und Verfahrenstechnik (SAV), die Installationen, Service und Reparaturen übernimmt.
M+M: Herr Meinke, was bringen Sie persönlich für neue Impulse mit ein?
Peter Meinke: Konkret bringe ich eine Kombination aus verfahrenstechnischem Wissen, Projektorganisation, Vertriebserfahrung und echter müllerischer Herkunft mit ein. Mehr als 20 Jahre war ich bei Bühler tätig und habe dort viele Jahre im Engineering in verantwortlicher Position gearbeitet. In den letzten Jahren bei Bühler leitete ich den Bereich Müllerei in Deutschland. Sowohl die Mehlmüllerei als auch die Schälmüllerei sind mir bekannt und vor meiner Zeit im Anlagenbau war ich in verschiedenen Mühlen in Deutschland tätig, habe die Deutsche Müllerschule in Braunschweig absolviert und bin Müller in der sechsten Generation.
M+M: Sie haben große Pläne, werden Sie noch internationaler?
Florian Streckel: Wir sind traditionell stark im Export, möchten aber auch ebenso stark im deutschsprachigen Raum als Anbieter kompletter Lösungen wahrgenommen werden. Der deutsche Markt ist weitgehend gesättigt und echte Neubauten sind selten. Wachstumspotenzial sehen wir aber dennoch in unseren Kernfeldern Spelzgetreide, Dinkel und Hafer. Hinzu kommt ein Bereich, den wir für besonders interessant halten: Pflanzliche Proteine. Bei Leguminosen sehen wir in Deutschland und darüber hinaus einen wachsenden Markt in den Bereichen Tierernährung und Lebensmitteln. In jüngster Zeit konnten wir in diesem Feld größere Unternehmen wie z.B. die Mona Sojaland GmbH als Partner gewinnen.
Peter Meinke: Hafer ist verfahrenstechnisch anspruchsvoll und verlangt viel Know-how in Schälung, Hydrothermik, Flockierung und Prozessführung. Genau dort liegen unsere Stärken. Leguminosen gewinnen in der Ernährungswirtschaft stark an Bedeutung. Für uns ist das ein Markt, in dem nicht nur einzelne Maschinen gefragt sind, sondern fertige Prozesskonzepte. Früher endete ein Projekt manchmal nach Reinigung und Schälung. Heute planen wir Annahmekonzepte, die Produktion und den Abtransport von Pellets oder die technische Konzeption für Beiprodukte zusammen. Dabei geht es nicht um Vermarktung im kaufmännischen Sinn, sondern um effiziente technische Lösungen. Wenn ein Kunde Produkte getrennt nach Bio und konventionell führen will, dann schaffen wir dafür die verfahrenstechnischen Voraussetzungen. Auch Sanitation sowie Prozesswärme- Rückgewinnung aus Kühlung und Trocknung spielen heute eine viel größere Rolle als früher. All das gehört inzwischen selbstverständlich zur Projektierung.
M+M: Welche aktuellen Projekte zeigen diese Entwicklung besonders deutlich?
Peter Meinke: Ein Beispiel ist ein langjähriges Projekt einer Hafermehl- und Haferflockenanlage in Australien, das uns bis 2029 begleiten wird. Ein weiteres ist die Wiedererrichtung von Anlagenteilen bei der Firma Avena Cerealien in Karstädt nach dem Brand im Juni 2025. Bei dem Projekt verantworten wir vor allem den Wiederaufbau der Flockierlinien, der Mahlanlage für Hafermehl/-kleie und Vollkornprodukte, der Pelletierlinie inkl. innovativer Kühlbandtechnik und des Silomanagements der Fertigprodukte bis zu den Verpackungslinien und der Müslimischerei. Solche Projekte zeigen unseren Leistungsumfang.
M+M: Welche Rolle spielt die Automatisierung in Ihrer Strategie?
Florian Streckel: Eine große. Seit 2019 haben wir die Automatisierung gemeinsam mit einem Partner in unserem Portfolio. Heute treten wir in diesem Bereich mit einer eigenen Lösung auf, die für den Bediener intuitiv ist und deren Visualisierung sich stark an den realen Maschinen und Prozessen orientiert. Auch Anwender ohne tiefe Müllereierfahrung sollen schnell erkennen, was in der Anlage gerade geschieht. Das ist auf Kundenseite sehr gut angekommen. Inzwischen laufen mehrere Anlagen mit dieser Lösung, auch international. Wir beschäftigen uns zudem intensiv mit Künstlicher Intelligenz und führen erste Tests durch. KI soll den Müller unterstützen, nicht ersetzen. Es ist ein Werkzeug zur Entlastung, nicht zur Entmündigung. Vorstellbar sind für uns Warnsysteme oder Ampellogiken, die auf Auffälligkeiten hinweisen. Eingriffe erfolgen weiterhin durch eine qualifizierte Fachkraft.
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M+M: Sie fertigen ausschließlich in Deutschland. Wird das so bleiben?
Florian Streckel: Auf jeden Fall. Wir haben unsere Fertigung in Hamburg und eine weitere in Lutherstadt Wittenberg. In Wittenberg haben wir 1.200qm Produktionsfläche, die wir zunächst mit einer neuen Montagehalle um 600qm erweitern werden. Künftig können wir die Halle weiter vergrößern. Wesentlicher Teil des Neubaus ist ein modernes Technikum, mit dem wir größere Chargen bearbeiten und Produktversuche durchführen können. Dies ist ein wesentlicher Baustein für unsere Produktentwicklung und Anwendungsexpertise. Wir haben in Sachsen-Anhalt das Glück, dass wir auf gut ausgebildete Fachleute zurückgreifen können, die in der Region wohnen. In Hamburg und in Wittenberg möchten wir alles in einer Hand haben, denn die feinen Einstellungen der Maschinen, wo es um Millimeterbruchteile ankommt, erfordern ein entsprechendes Führungspersonal und Qualitätsmanagement vor Ort. Made in Germany ist und bleibt deshalb Teil unserer Unternehmenskultur.
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Im Bereich der Getreideschälmüllerei ist das Unternehmen heute weltweit führend und auf allen wichtigen Märkten für Getreideverarbeitung vertreten. Der Name Streckel steht allseits für Qualität bei Schäl- und Hafermühlenanlagen, für wegweisende Entwicklung und herausragenden Service. Die Firma wird schon in vierter Generation von der Familie Streckel erfolgreich geführt – stets im Sinne des Firmen-Mitgründers Franz Streckel: innovativ, weltoffen und kundenorientiert.


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