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Bilanz Ernte 2026
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Bilanz Ernte 2026

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Bilanz Ernte 2026
Eine lange Hitzeperiode hat sich auf die deutsche Getreideernte 2026 ausgewirkt. Nach Angabe des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV) gingen seit Mitte Juni rund drei Millionen Tonnen Getreide und Raps aufgrund der Hitze verloren. „Die daraus resultierenden Einnahmeverluste belaufen sich auf mehr als 600 Millionen Euro“, erklärt DRV-Getreidemarktexperte Guido Seedler. Der Verband erwartet eine Getreideernte von 40,6 Millionen Tonnen. Damit liegt das Ergebnis mehr als 10% unter dem Vorjahreswert von rund 45 Millionen Tonnen und auch deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 42,5 Millionen Tonnen. Beim Raps wird eine Ernte von 3,7 Millionen Tonnen erwartet (4,0 Mio. t.) „Unterm Strich ist es eine noch ausreichende, wenngleich auch unterdurchschnittliche Ernte“, ergänzt Seedler.
Inlandsversorgung gesichert
Der jährliche Getreideverbrauch in Deutschland liegt bei rund 40 Millionen Tonnen und wird durch die diesjährige Ernte gedeckt. Der DRV erwartet daher keine steigenden Verbraucherpreise für Brot, Brötchen und andere Backwaren. „Der Anteil des Getreides am Endpreis von Backwaren liegt im niedrigen Cent-Bereich. Preisentscheidend bei Lebensmitteln sind vor allem höhere Energie-, Lohn- und Bürokratiekosten“, betont der DRV-Getreidemarktexperte.
Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa sowie weltweit fallen die Getreideernten geringer aus als im Vorjahr. Die europäischen Versorgungsbilanzen sind knapp, und auf dem Weltmarkt liegen Produktion und Verbrauch nahezu gleichauf. „Entscheidend ist in den kommenden Monaten weniger die verfügbare Menge als die Frage, ob die Logistik funktioniert“, betont DRV-Vorstand Dr. Philipp Spinne.
Für die Annahme der aktuellen Getreideernte sieht der DRV dank ausreichender Lagerkapazitäten keine akuten Probleme. Anders sieht es bei der sich anschließenden Weiterleitung zur Veredelung sowie bei der Versorgung mit Futtermitteln und dem Transport von Düngemitteln aus. Spinne dazu: „Straße, Schienen und Wasserwege sind zentrale Voraussetzungen für die Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa. Die Logistik muss bei der Lebensmittelversorgung endlich den Stellenwert bekommen, den sie verdient.“

Problem Düngemittel 2027
Wegen stark gestiegener Preise halten sich viele Landwirte beim Kauf von Stickstoffdüngern zurück und hoffen auf sinkende Preise. Diese Zurückhaltung birgt jedoch erhebliche Risiken. „Ohne frühzeitige Bestellungen bleiben auch Handel und Importeure beim Aufbau von Lagerbeständen zurückhaltend. Dadurch könnten die benötigten Mengen für das Frühjahr 2027 nicht rechtzeitig verfügbar sein. Die von der EU bereitgestellten Mittel müssen gezielt eingesetzt werden, um Landwirte bei frühzeitigen Kaufentscheidungen zu unterstützen und damit die Versorgung zu sichern.“
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