30. Mitteldeutsche Müllerei- Fachtagung
Jubiläum in Osterfeld
30. Mitteldeutsche Müllerei- Fachtagung
Jubiläum in Osterfeld
.jpeg)
30. Mitteldeutsche Müllerei- Fachtagung
Jubiläum in Osterfeld
Vom 20. bis 21. März 2026 traf sich die Branche zur Jubiläumsveranstaltung des Mitteldeutschen Müllerbundes. Viele Besucher und Aussteller folgten dem spannenden Programm. Ob Marktfragen, Qualitätsbeurteilung, Anlagentechnik, Arbeitsschutz, Laboranalytik, Ausbildung oder Investitionspraxis: jede Frage wurde beantwortet. Beim abendlichen Müllerball sorgten die Gastgeber für einen gelungenen Rahmen, um den Tag in geselliger Atmosphäre ausklingen zu lassen.
Rund 140 Müller, Mitarbeiter aus der Mühlenwirtschaft, Fachleute aus Mühlenbau und Zulieferindustrie sowie Vertreter aus Forschung und Ausbildung kamen zu dem Forum für Technologie, Qualitätsbeurteilung und Wirtschaft. Konrad Zitzmann, Präsident des Mitteldeutschen Müllerbundes e.V., eröffnete die 30. Mitteldeutsche Müllereifachtagung und stellte das Programm und die Aussteller vor. Osterfeld hat sich für Besucher und Aussteller als Treffpunkt im Frühjahr etabliert.
.jpeg)
.jpeg)
Neben Mühle + Mischfutter war ein Fernsehteam des MDR vor Ort, um einen Beitrag für den Sachsenspiegel zu filmen, der am Abend ausgestrahlt wurde.
Einkauf und Qualität
Beim ersten Vortrag rückte der Rohstoffmarkt in den Mittelpunkt. Uwe Langenhan, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft Qualitätsgetreide und Ölsaaten Thüringen, sprach zum Thema Getreidemarkt 2026. Ist sein Bundesland beim Kornertrag eher benachteiligt, punktet es beim Proteingehalt: "Thüringen ist das Proteinland Deutschlands", so Langenhan. Aktuell belasten die Branche die extrem gestiegenen Transportkosten, eine permanent wachsende Bürokratie sowie niedrige Getreide- und steigende Düngerpreise. Das bestätigte Paul Neumann von der Saalemühle Alsleben in seinem Vortrag. Er betonte vor allem die steigenden Preise bei den Düngemitteln. Wegen Kriegen in Nahost und des chinesischen Exportstopps fallen zwei Drittel der Herstellerländer aus. Somit besteht ein erhebliches Risiko, dass Getreide knapp und teuer wird, so Neumann.
.jpeg)
Nach der Kaffeepause im Ausstellerraum referierte Paul Wessling, Vorstand der Müllerei-Pensionskasse über Demographie und betriebliche Altersvorsorge (bAV). Er rechnete vor, wie eine Gehaltserhöhung in Kombination mit der bAV beim Arbeitgeber zu steuerlichen Vorteilen führen kann. (s. Interview mit Paul Wessling MM 3-4/2026, S. 48 ff.). Mindestens genauso wichtig wie die Altersvorsorge ist die Ausbildung. Thomas Koch stellte Neues aus der Müllerschule in Wittingen vor.
.jpeg)
Neben neuen Tablets und VR-Brillen können die Schüler einen Schweißschein erwerben und einen von der Fröhlich GmbH und Saati gesponserten Sieb-Bespannungstisch nutzen. Ebenfalls neu in der Schule ist das von Foss gespendete Laborgerät Infratec Nova.
.jpeg)
Was der Alleinarbeitsplatz Müller bedeutet, zeigte Manuel Gehrke von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN). Arbeitsschutz, Gefährdungsbeurteilung und sichere Organisation von Arbeitsplätzen in Mühlen bergen viele Risiken für den Unternehmer. Er muss bewerten, was gefährliche Arbeiten sind und ob ein Arbeitnehmer diese alleine ausführen darf. Wenn Absturzgefahr besteht oder in Silos und Ex-Zonen allein gearbeitet wird, dann sollte immer eine Gefährdungsbeurteilung und/oder geeignete Meldeeinrichtungen vorhanden sein. Weitere Informationen bietet die technische Hotline sowie eine kostenlose Broschüre der BGN.
.jpeg)
Michaela Budau von der Kastenmüller GmbH in Martinsried hielt einen praxisnahen Vortrag zur Analytik und Qualitätsbeurteilung, die vor allem für kleinere Mühlenbetriebe geeignet ist.
.jpeg)
Trotz kleiner Budgets und wenig Personal ist die Rohstoffbeurteilung sehr wichtig und sorgt für eine gleichbleibende Mehlqualität. Daraus folgen weniger Reklamationen und eine wesentlich bessere Prozesssteuerung. Laborarbeit beginnt immer mit einer sorgfältigen Probeentnahme. Nur wer diese richtig zieht, bekommt verlässliche Ergebnisse und kann über Feuchtigkeitswerte die Lagerfähigkeit und Schimmelbildung beurteilen, über den Proteingehalt Hinweise auf Backqualität und Mischentscheidungen bekommen und abschließend eine korrekte Abrechnung erstellen.
.jpeg)
Feuchtklebergehalt und Fallzahl sind die entscheidenden Qualitätskriterien für Weizenmehl, die maßgeblich die Backfähigkeit bestimmen und sollten ergänzend bestimmt werden. Start-up-Gründer Lukas Deuscher von Zepta Technologies aus Dresden stellte digitale Ansätze für die Nagerbekämpfung vor. Ab Juli 2026 fällt unter anderem durch rechtliche Neuerungen bei Rodentiziden die sogenannte „befallsunabhängige Dauerbeköderung“ weg. Zepta hat eine digitale Köderwaage entwickelt, die Köderfallen überwacht, Befall feststellt und durchgängig dokumentiert. Das spart zeitintensive händische Kontrollen und ermöglicht den gesetzeskonformen Einsatz von Giftködern.
Zum Abschluss des ersten Tages berichtete Gabriele Lühr über Investitionen der Deutschen Müllerschule Braunschweig (DMSB). Die Pädagogische Leiterin der weltweit einzigen Technikerschule mit staatlichem Abschluss zeigte Fotos des neuen Plansichters von Bühler. Geplant sind weitere Anschaffungen: eine Sortex, ein Walzenstuhl, ein Fliehkraftschäler und neue Laborgeräte. Der anschließende Müllerball mit Buffet setzte den geselligen Schlusspunkt des ersten Veranstaltungstages.
.jpeg)
Zwischen den Technikbeiträgen am Samstag referierte die Bundestagsabgeordnete Anna Aeikens (CDU/CSU) zur Entwicklung der Getreidemärkte und den Konsequenzen für Mühlen. Die Probleme sind offensichtlich bekannt, bei Lösungen tut man sich aber nach wie vor sehr schwer. Sie forderte die Teilnehmer zur Beteiligung auf. Jeder Betrieb könne ihr gerne Vorschläge zum Bürokratieabbau schicken. Aus dem Plenum wurde direkt die schwierige Situation mit den Betriebsversicherungen angesprochen. Steigende Prämien oder gar kein Versicherungsangebot erfordern schnelle Lösungen, bspw. über erweiterte steuerliche Rückstellungen. Die Abgeordnete betonte, dass sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Branche einsetzen will.
.jpeg)
Urs Santschi von SWISCA stellte den Plansichter Sifto vor (siehe MM 19/2024 S.17). Stefan Zitzmann aus Ingersleben sprach über neue Magnete, Reinigungstechnik und Produktsicherheit in der Mühle Zitzmann. Anne Richter und Dr. Walter Lübbe von R.-Biopharm AG stellten Schnellmethoden zur Mykotoxin-Analyse vor, die in drei Minuten Ergebnisse liefern. Rudolf Hofer, Head of Grain Innovation Center der Bühler AG, zeigte, wie die Mutterkornbelastung im Weizen mit einer effizienten Reinigung verbunden ist. Er stellte erste Ergebnisse vor, die mit einem sehr aufwendigen Versuchsaufbau in Zusammenarbeit mit der Bavaria Mühle erzielt wurden. Ein ausführlicher Bericht folgt demnächst in Mühle + Mischfutter. Tobias Kleinekemper, Sales Manager bei Haver & Boecker, sprach über Verpackungsanlagen und den Trend hin zu Ventilsäcken (siehe MM 18-19/2025 S.39).
.jpeg)
.jpeg)
Für seinen Bericht über die Projektführung der Kornmühle Sachseln war Markus Nussbaumer von Numitec aus Kirchberg in der Schweiz angereist. Die kleine Mühle aus dem Voralpengebiet ist im letzten Jahr mit einem Investitionsvolumen von 2,5 Mio. Euro gebaut worden. Als 2022 in der Zentralschweiz die letzte Getreidemühle schließen musste, schlossen sich Landwirte, Gastronomen und Bäcker der Region zusammen: Sie gründeten eine Interessengemeinschaft, die innerhalb von zwei Jahren Finanzierung und Planung einer eigenen Mühle ermöglichte. 2024 gründeten sie die Kornmühle Sachseln AG. Als Standort wurde eine alte Schreinerei gefunden, die umgebaut wurde. Ein ausführlicher Bericht folgt demnächst in Mühle + Mischfutter.
.jpeg)
Danach sprach Christian Rückert von Rückert Mühlen- und Anlagentechnik aus Landshut über Mühlenumbauten, Spezialmaschinenbau, Montage, Ersatzteile sowie gebrauchten Maschinen und Reparaturen. Zu seinem Beratungsangebot zählen die Berechnung der Pneumatik, um Energie einzusparen, und bei Umbauten eine exakte 3D-Analyse und Vermessung.
.jpeg)
Zum Ende des Programms folgte ein Vortrag von Alexander Bartsch aus Miltitz, der über den Bau einer Senfmühle als eine Möglichkeit der Produktdiversifizierung berichtete. Die Fachvorträge zeigten, wie breit die Mitteldeutsche Müllereifachtagung angelegt ist. Neben großen Markt- und Technologiethemen fanden auch spezialisierte Projekte, handwerkliche Lösungen und individuelle Betriebswege ihren Platz. Das Schlusswort übernahm Präsident Konrad Zitzmann.
Die nächste Fachtagung in Osterfeld ist vom 19. Bis 20. März 2027.
.jpeg)
.jpeg)
.jpeg)
.jpeg)
.jpeg)
.jpeg)
.jpeg)
.jpeg)
.jpeg)
.jpeg)
.jpeg)
Bereits Abonnent der M+M Print oder Print plus Online ?
Als Abonnent der Mühle + Mischfutter erhalten Sie diesen Zugriff gratis.


.jpeg)

.jpeg)

.jpeg)
.jpeg)

.jpeg)
.jpeg)
