Modernste Müllerschule wirbt um Auszubildende
Tag der offenen Tür der Müllerschule Wittingen
Modernste Müllerschule wirbt um Auszubildende
Tag der offenen Tür der Müllerschule Wittingen
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Modernste Müllerschule wirbt um Auszubildende
Tag der offenen Tür der Müllerschule Wittingen
Die Müllerschule Wittingen hat nach dem erfolgreichen Start im Jahr 2024 wieder zur Besichtigung der Schule eingeladen. Am 11. Juni 2026 kamen Vertreter aus den Schulen, der Verwaltung und der Getreidebranche zur Präsentation der modernisierten Schulmühle und des überarbeiteten Labors.
Die Schülerinnen und Schüler hatten schon früh alles für die Gäste vorbereitet und jeder Besucher wurde freundlich empfangen und erhielt eine kurze Einweisung. Gekommen waren unter anderem der Landkreis Gifhorn als Schulträger mit Landrat Philipp Raulfs, Vertreter des VGMS, der HWK Braunschweig-Lüneburg-Stade und der Deutschen Müllerschule Braunschweig sowie interessierte Mühlenbetriebe.
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Für alle standen die modernisierte Schulmühle, das überarbeitete Labor und die Unterrichtsräume offen. Die Auszubildenden beantworteten bereitwillig alle Fragen und führten ihr Wissen vor. Besonderes Interesse galt den virtuellen Schweißgeräten. Gäste, Schüler und Lehrer wetteiferten an den beiden Geräten um die beste Schweißnaht.
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Nach den ersten Rundgängen versammelten sich alle und Carsten Melchert (Schulleitung) und Dr. Peter Haarbeck (VGMS) hielten die Grußworte. Landrat Philipp Raulfs machte deutlich, wie wichtig die Schule nicht nur für seinen Landkreis ist. In Deutschland gibt es nur zwei Berufsschulstandorte für den Beruf des Verfahrenstechnologen und Wittingen übernimmt den Unterricht für Auszubildende aus vielen norddeutschen Bundesländern. Deshalb ist die Schule über den Landkreis Gifhorn hinaus von Bedeutung und Investitionen in Gebäude oder Maschinen stärken die Ausbildungsstruktur für ganz Norddeutschland. In den einleitenden Gesprächen und der anschließenden Diskussion kamen unter anderem Fachlehrer Thomas Koch, die Lehrkräfte Frederieke Plate, Björn Krähling, Jasmin Iwers (Leiterin der Müllerschule) und Lea Pohlmann, Hubertus Nitzschke als ein Vorsitzender des Fördervereins sowie Karsten Kreutzberg vom Landkreis Gifhorn zu Wort. Das zentrale Thema war auch diesmal die Entwicklung der Schülerzahlen. Besonders bedauerten die Lehrer, dass von 28 Angemeldeten des ersten Jahrgangs nur noch neun Auszubildende übrig waren. Auch wenn kleinere Lerngruppen Vorteile bieten, stellen sinkende Schülerzahlen den Schulbetrieb vor strukturelle Fragen, die die Fachkräftebasis der gesamten Branche betreffen. Hubertus Nitzschke ordnete dies aus Sicht des Fördervereins und der früheren Lehrpraxis ein. Er verwies auf die enge Verbindung zwischen Wittingen und Braunschweig. Wenn in Wittingen weniger Auszubildende ankommen, wirkt sich das mittelfristig auch auf die weiterführende Ausbildung aus. Zugleich betonte er den Wandel auch in der Lehrerschaft. Aus einem früher fast ausschließlich männlich geprägten Umfeld ist ein Kollegium geworden, in dem mehrere Lehrerinnen den Fachunterricht mittragen. Der Lehrplan wird ständig verbessert, beispielsweise gibt es wieder ein Sportprogramm, was 20 Jahre nicht im Lehrplan war. „Mit Stolz gehen die meisten Lehrlinge hier raus“, so sein Fazit.
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In der Diskussion sprachen Vertreter der Betriebe über Erwartungen an Schule und Ausbildungsbetriebe und nannten als Herausforderung Disziplin, Anwesenheit und Sozialverhalten. Wer an Anlagen arbeitet, muss zuverlässig sein, Anweisungen verstehen und Hygieneregeln einhalten. Angeregt wurde ein stärkerer Austausch zwischen Schule und Betrieben. Ausbildersprechtage könnten helfen, Probleme früher zu erkennen und Erwartungen klarer abzustimmen. Bislang, so der Eindruck aus der Diskussion, suchen Schule und Betriebe den Kontakt oft erst dann, wenn Schwierigkeiten auftreten. Zudem bilden die Betriebe in unterschiedlichen Sparten aus. Manche Auszubildende kennen vor allem Mischfutter, andere nur Spezialprodukte. Die Schule muss diese jungen Leute zuerst auf ein gemeinsames fachliches Niveau bringen. Alexander Bachur, Operation Manager der Bauck Mühle, warb für einen betriebsübergreifenden Austausch. Auszubildende anderer Betriebe könnten zeitweise in der Bauck Mühle mitlaufen und dort Prozesse kennenlernen, die sie im eigenen Betrieb nicht sehen. Bachur hatte diesen Gedanken bereits über LinkedIn öffentlich gemacht und sprach ihn in Wittingen erneut an. An einer stärkeren Vernetzung mit anderen Schulen arbeitet Wittingen bereits. Praxislehrer Thomas Koch unterrichtet auch an der Deutschen Müllerschule (DMSB) und Braunschweiger Schüler nutzen die Lehrmühle in Wittingen für die praktische Ausbildung. Mit der Gewerblichen Schule Im Hoppenlau in Stuttgart will man ebenso die Kooperation verstärken. Hinzu kommt die europäische Perspektive. Die Branche denkt zunehmend europäisch, und die Ausbildung folgt dieser Entwicklung. So nahmen die Auszubildenden Julian Hartung und Heinrich Eggersmann am Erasmus-Programm teil und arbeiteten einige Wochen in der Schweiz in Mühlen.
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Beim anschließenden Rundgang durch die Schulmühle erklärten Hubertus Nitzschke und der Auszubildende Haytham Abedo, Lehrling im dritten Lehrjahr, die Anlage von der Annahme bis zum Endprodukt. Für Abedo, der kurz vor seiner Gesellenprüfung stand, wurde der Rundgang zu einer fachlichen Probe. Nitzschke ließ ihn nicht einfach mitlaufen. Er fragte nach und ergänzte. Der junge Mann sollte erklären, was die Maschinen tun, warum sie dort stehen und welchen Platz sie im Prozess haben. Auf dem Weg zur Zerkleinerung und Mischung im Futtermittelbereich erläuterte Abedo den Unterschied zu größeren industriellen Lösungen, etwa mit Vakuummischern, mit denen Fett besser in Pellets eingebracht werden kann. Die Schulmühle bildet diese Hochleistungstechnik nicht vollständig ab, macht aber die Grundoperation verständlich. Die nächste Station war die Pelletierung. In der Pelletpresse drücken Koller das Material durch die Bohrungen der Matrize. Die Schulmühle arbeitet mit einer Standardmatrize (5mm) und der Rundgang wurde erneut zur Prüfungspraxis. Der Auszubildende sollte die Einstellung der Koller zur Matrize erklären, denn der Abstand muss passen, damit das Futter richtig durchgepresst wird. Auch hier entspricht das Prinzip dem industriellen Prozess, nur im kleineren Schulmaßstab.
Besonders stolz sind alle nach wie vor auf die gelungene Automatisierung der Schulmühle. Damit angehende Verfahrenstechnologen nicht erst im Betrieb den „Praxis-Schock“ erleben, wurde die Schulanlage auf den neuesten Industriestandard gehoben. Die Firma Högemann ersetzte die ältere Schalttafel aus den 80er-Jahren mit Handbedienung durch eine moderne digitale Steuerung. Unterstützt wurde das Projekt zudem durch Siemens und ifm. Für den Unterricht bedeutet die Automatisierung einen deutlichen Schritt nach vorn. Der Mix aus Automatisierung und manuellen Schritten hilft, die physikalischen Prozesse wirklich zu begreifen. Schüler können Einstellungen vornehmen, Wege am Tablet verfolgen, Rückmeldungen aus der Steuerung auswerten und den Vergleich zum eigenen Ausbildungsbetrieb ziehen. Am Ende des Rundgangs führte Schüler Mattis Thoms einen praktischen Prüf- und Unterrichtsinhalt vor. Er beurteilte mit der Pekar-Probe die Mehlqualität und den Ausmahlungsgrad visuell. Danach traf man sich beim gemeinsamen Essen in der Schulmensa mit Einblicken in die Blockausbildung. Die Auszubildenden verbringen sechs Wochen am Stück in Wittingen, Unterkunft und Verpflegung gehören dazu. Die bestens ausgestattete Schulmühle in Wittingen hat mit ihrem Open-House-Format Betriebe, Verbände und Schulträger an einen Tisch gebracht und gezeigt, wie öffentliche Investitionen und privates Engagement im Unterricht ankommen.
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Wer sich für die Automatisierung in der Mischfutter- und Lebensmittelindustrie interessiert, schaut nicht ins Silicon Valley, sondern seit drei Jahrzehnten nach Garrel. Mit der modular aufgebauten fhalcon® Software Suite setzt Högemann neue Maßstäbe und macht die Zukunft der vollintegrierten Prozessleitsysteme zur Realität.


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