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Endress+Hauser 2025 über Vier-Mrd.-Euro Umsatz

Anlagenbau
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Beim Global Forum 2026 vom 14. bis 16. April in Basel hat Endress+Hauser (E+H) seine Umsatzzahlen für 2025 vorgestellt.
2026
4/19/2026
Endress+Hauser 2025 über Vier-Mrd.-Euro Umsatz

Der Schweizer Spezialist für Mess- und Automatisierungstechnik präsentierte in Basel ein wirtschaftlich robustes, weiter investierendes Familienunternehmen mit 18.306 Mitarbeitern, 41 neuen Produkten und 281,4 Millionen Euro Forschungs- und Entwicklungsaufwand. Auf dem Global Forum 2026 im Messezentrum Basel verband das Unternehmen in Vorträgen, Praxisformaten und einer Ausstellung strategische Zukunftsthemen wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Kreislaufwirtschaft mit konkreten Anwendungen aus der Prozessindustrie. Das Forum sollte ausdrücklich den Weg von der allgemeinen Debatte zur betrieblichen Umsetzung zeigen. Dabei zählt Endress+Hauser die Lebensmittelindustrie zu den starken Branchen des Jahres 2025. Das Unternehmen liefert Messtechnik für Durchfluss, Füllstand, Druck und Temperatur sowie Analysentechnik und digitale Lösungen. Genau diese Felder betreffen auch Mühlenbetriebe unmittelbar, etwa bei Silofüllstand, Temperaturführung, Reinigungsprozessen, Verladeabläufen und der allgemeinen Anlagenüberwachung.

Lösungen für die Lebensmittelbranchen. Deutschland ist für E+H der drittgrößte Markt.

CEO Dr. Peter Selders stellte während der Bilanzmedienkonferenz die Geschäftszahlen für 2025 vor. Auch wenn Unsicherheit das geschäftliche Umfeld im vergangenen Jahr prägten, habe man sich am Ende behauptet. Endress+Hauser überschritt erstmals die Marke von vier Mrd. Euro Nettoumsatz und kam auf 4,01 Mrd. Euro Umsatz. Das Ergebnis nach Steuern lag bei 321,3 Mio. Euro. Investiert hat die Firmengruppe 370,8 Mio. Euro, so viel wie nie zuvor. Darunter zwei Neubauten in Deutschland, in Nesselwand (Ostallgäu) und Waldheim (Sachsen). Rund 7 % des Umsatzes sei in Forschung & Entwicklung geflossen. In diesem Bereich sind allein über 1.300 Mitarbeiter beschäftigt. Ein wesentlicher Wachstumstreiber 2025 war die Übernahme der Gasanalyse und Gasmesstechnik von SICK. Belastet wurde das Ergebnis dagegen durch ungünstige Währungseffekte und die schwache Chemiekonjunktur. Für Mühlen ist weniger die Konzernzahl als die Richtung interessant.

Die Ausstellung von Endress+Hauser und seinen Partnerunternehmen in den Messehallen der Messe Basel.

Selders betonte, dass die Lebensmittelindustrie 2025 zu den Branchen gehörte, die sich gut bis sehr gut entwickelten. Innerhalb der Arbeitsgebiete wuchsen Flüssigkeitsanalyse, optische Analyseverfahren und Systemprodukte besonders stark. Der Bereich Durchfluss entwickelte sich solide. Druck, Füllstand und Temperatur blieben zwar hinter den Erwartungen des Unternehmens zurück, gehören aber weiterhin zum Kernangebot und damit zu den klassischen Bausteinen einer belastbaren Prozessführung. Wer Rohstoffe sicher lagern, Transporte steuern und qualitätskritische Schritte stabil fahren will, ist auf verlässliche Messwerte angewiesen. Hinzu kommen digitale Systeme, die Messdaten bündeln, visualisieren und für Wartung oder Effizienzsteigerung nutzbar machen.

CEO Dr. Peter Selders (Foto: Endress+Hauser).

Diese Verbindung aus Sensorik, Gerätetechnik und Datennutzung zog sich als roter Faden durch die Veranstaltung. Ein Beispiel mit Nähe zur Lebensmittelproduktion ist das neue selbstkalibrierende Thermometer iTHERM TrustSens. Es kalibriert sich im laufenden Betrieb und kann nach Unternehmensangaben nun bereits bei 39 Grad Celsius arbeiten. Das soll Stillstände vermeiden und die Temperaturüberwachung in hygienisch sensiblen Prozessen vereinfachen.

Mathias Altendorf, ehemaliger CEO und Präsident des Verwaltungsrats von Endress+Hauser.

Seinen Abschied nahm Verwaltungsratspräsident Matthias Altendorf. Er absolvierte seine gesamte berufliche Laufbahn bei Endress+Hauser und begann mit einer Lehre als Mechaniker in Maulburg, an die sich Studium und Weiterbildungen anschlossen.

Der Schmetterling begleitete als Symbol für Transformation das Global Forum 2026.
Endress+Hauser 2025 über Vier-Mrd.-Euro Umsatz
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SAVE FOOD auf der interpack 2026

Lebensmittel
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Lebensmittelüberwachung
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Nachhaltigkeit
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Qualitätssicherung-kontrolle
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Verpackung
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Internationale Expertise, starke Verpackungslösungen und neue Impulse für Nachhaltigkeit und Food Protection.
2026
4/17/2026
SAVE FOOD auf der interpack 2026

Innerhalb der Expert Talks bilden zwei Paneldiskussionen den inhaltlichen Schwerpunkt. Das Forum „Global Packaging in Transition: Regulation, Partnerships and the Race for Sustainable Value“ bringt internationale Organisationen und Branchenakteure zusammen, darunter die United Nations Industrial Development Organization (UNIDO), die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), die World Packaging Organisation (WPO) sowie die SAVE FOOD Initiative und die Messe Düsseldorf. Im Fokus stehen regulatorische Entwicklungen wie die PPWR, internationale Rahmenwerke und die Frage, wie Kooperationen zwischen Industrie und Institutionen die Transformation zu nachhaltigen Verpackungssystemen beschleunigen können. Diskutiert wird, wie sich regulatorische Anforderungen, Designstandards und systemische Programme so verbinden lassen, dass sowohl Nachhaltigkeitsziele erreicht als auch Lebensmittelverluste entlang der gesamten Wertschöpfungskette reduziert werden.

Das zweite Forum „Turning Packaging into a Food Saver: Trends, Innovations, and Solutions Across the Food Supply Chain“ richtet den Blick auf konkrete Anwendungen entlang der Lieferkette. Thematisiert werden unter anderem die Verlängerung der Haltbarkeit durch Verpackung, die Sicherstellung stabiler Kühlketten, effiziente Logistik- und Distributionsprozesse sowie die Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette. Beiträge aus Unternehmen wie MULTIVAC, Kühne+Nagel, der SIG Foundation sowie der Zertifizierungsorganisation FSSC zeigen, wie sich Verpackung, Logistik und Qualitätsstandards zu wirksamen Lösungen verbinden lassen. Ziel ist es, praxisnahe Ansätze aufzuzeigen, die Lebensmittelverluste reduzieren, die Lebensmittelsicherheit erhöhen und die Effizienz entlang der gesamten Supply Chain verbessern. Im Anschluss an die Paneldiskussionen steht der Austausch im Mittelpunkt: Teilnehmende haben die Gelegenheit, mit internationalen Akteuren ins Gespräch zu kommen und die diskutierten Themen zu vertiefen.

Awards und Projektwettbewerb

Ein zentraler Programmpunkt sind die Verleihung der SAVE FOOD Design Awards, der Sustainability Design Awards sowie des SAVE FOOD Projektwettbewerbs. Ausgezeichnet werden Lösungen und Projekte, die nachweislich zur Reduzierung von Lebensmittelverlusten beitragen und zugleich wirtschaftliche sowie ökologische Wirkung entfalten. Mit insgesamt über 100 Einreichungen für die Awards ist dies ein starkes Signal für die hohe Relevanz innovativer Lösungen zur Reduzierung von Lebensmittelverlusten und für die wachsende Bedeutung nachhaltiger Entwicklungen in der Verpackungsbranche. Im Projektwettbewerb werden erstmals Initiativen finanziell gefördert, um erfolgreiche Ansätze weiterzuentwickeln und international sichtbar zu machen.

Das zeigen die Aussteller

Über das Veranstaltungsformat hinaus werden mit der SAVE FOOD Highlight Route Lösungen auch direkt auf dem Messegelände sichtbar. Unternehmen präsentieren dort Technologien, Produkte und Dienstleistungen zur Reduzierung von Lebensmittelverlusten. Besucherinnen und Besucher können so gezielt relevante Ansätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette identifizieren und vergleichen.

Mit ihrem Programm auf der interpack 2026 unterstreicht die SAVE FOOD Initiative ihre Rolle als internationale Plattform für den Austausch zwischen Industrie, Politik und Forschung. Im Fokus stehen praxisnahe Lösungen sowie die Frage, wie Verpackung und Verarbeitungssysteme einen messbaren Beitrag zur Reduzierung von Food Loss and Waste leisten können.

SAVE FOOD auf der interpack 2026
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MultiSense: automatisierte Qualitätskontrolle für Flocken, Kaffee, Pellets und mehr

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Automatisierte Qualitätskontrolle dank Prozessmessgerät von SCHULE Mühlenbau.
2026
4/17/2026
MultiSense: automatisierte Qualitätskontrolle für Flocken, Kaffee, Pellets und mehr

Mit MultiSense erweitert SCHULE Mühlenbau sein Portfolio um ein Prozessmessgerät, das speziell für die Inline-Messung im laufenden Produktionsprozess entwickelt wurde. Es besteht aus einem robusten Edelstahl-Messkanal und einem separaten Auswertegerät mit Touchpanel. Integrierte Sensoren messen kontinuierlich Schüttgewicht, Feuchtigkeit, Temperatur und – je nach Ausführung – das Produktgewicht. Die Messung erfolgt vollständig inline, ohne notwendige Entnahme oder Aufbereitung des Produkts. Die Werte erscheinen in Echtzeit, speichern sich automatisch und werden übersichtlich als Trendverläufe dargestellt. MultiSense liefert somit nicht nur punktuelle Ergebnisse, sondern schafft auch eine fortlaufende Datengrundlage, die eine präzise Kontrolle und Steuerung des gesamten Prozesses ermöglicht.Technisch lässt sich MultiSense flexibel integrieren. Das Gerät verfügt über eine Schnittstelle zur Einbindung in eine SPS-Anlagensteuerung und kann je nach örtlichen Gegebenheiten auf dem Boden, an der Decke oder direkt innerhalb der Rohrleitung installiert werden. Die Bauhöhe von rund einem Meter ermöglicht eine platzsparende Installation. Mit einer Durchsatzleistung von 2 bis 30 m³ pro Stunde ist es vielseitig einsetzbar.

Kontinuierliche Qualitätskontrolle

Das Beispiel der Flockerlinie bei Bauck zeigt, wie wirksam eine solche Prozessüberwachung sein kann. In der Flockierung hängt die Produktqualität maßgeblich vom richtigen Flockierwalzenspalt ab. Dieser wurde bei der Roscher Mühle, einem Tochterunternehmen der Bauck GmbH, bislang motorisch eingestellt, jedoch ohne automatische Regelung. Kontrollmessungen des Schüttgewichts erfolgten nach dem Fließbetttrockner und mindestens einmal pro Stunde durch den Bediener. Die Feuchtigkeitswerte wurden separat im Labor geprüft. Abweichungen ließen sich daher häufig erst mit Verzögerung erkennen und korrigieren.

„Mit MultiSense können wir in der Flockerlinie erstmals alle relevanten Parameter automatisch nach Rezept führen“, erklärt Alexander Bachur, Betriebsleiter bei der Roscher Mühle. „Der Flockierwalzenspalt wird automatisch an die Sollwertvorgabe des Schüttgewichtes angepasst. Bei Abweichungen vom Rezept regelt das System automatisch nach und erst bei einer im Rezept hinterlegten Grenzwertüberschreitung erfolgt ein Alarm. Das sorgt für ein stabiles Schüttgewicht und eine gleichbleibende Endproduktqualität.“

Darüber hinaus überwacht MultiSense sämtliche relevanten Prozessparameter kontinuierlich und zeichnet sie automatisch auf. Dadurch reduziert sich der manuelle Kontrollaufwand erheblich, Prozesse stabilisieren sich und das Bedienpersonal wird spürbar entlastet – was sich auch positiv auf die Betriebskosten auswirkt. MultiSense ist flexibel einsetzbar und eignet sich neben der Flockierung auch für Produktionslinien für Getreide, Kaffee, Pellets und weitere Schüttgüter, bei denen Feuchtigkeit, Schüttgewicht oder Temperatur entscheidende Qualitätsmerkmale darstellen. Überall dort, wo gleichbleibende Produktqualität und eine sichere Prozessführung erforderlich sind, bietet das Inline‑Messgerät einen deutlichen Mehrwert.

Erstmals präsentiert wird das neue Prozessmessgerät MultiSense auf der IAOM Annual Conference & Expo 2026 vom 14. bis 16. April in Cincinnati, USA, am Stand 343 unseres Vertreters Bratney – sowie anschließend auf der interpack in Halle 3, Stand 3E91 vom 7. bis 13. Mai 2026 in Düsseldorf, Deutschland.

MultiSense: automatisierte Qualitätskontrolle für Flocken, Kaffee, Pellets und mehr
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Bühler und Icos mit mehr Wachstum bei Scale-up-Unternehmen Lebensmittel- und Biotech

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Der 17. Collaborative Summit fand zum vierten Mal in Folge statt im Innovation Campus von Bühler in Uzwil.
2026
4/14/2026
Bühler und Icos mit mehr Wachstum bei Scale-up-Unternehmen Lebensmittel- und Biotech

Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist es, die Zusammenarbeit zwischen Scale-ups, Industriepartnern und Investoren zu fördern, um die Wirkung der vielversprechendsten Lösungen im Bereich Lebensmittel und Biotechnologie zu verstärken. Nityen Lal, Founding Partner bei Icos Capital, erlebt die Auswirkungen dieser Kooperationen täglich.

«Seit 2006 haben die von Icos unterstützten Start-ups ihre jeweiligen Märkte revolutioniert und angeführt. In diesem Jahr haben wir uns auf vier Schlüsselaspekte konzentriert: Kapital in schwierigen Märkten beschaffen, die Herausforderung der Skalierung bewältigen, biotechnologische Fortschritte durch künstliche Intelligenz fördern und die Frage, wie eine Strategie vom Wachstum bis zum Exit aussehen könnte.» Nityen Lal.

Insgesamt 35 Scale-ups und 40 Industriepartner, Risikokapitalgesellschaften und staatliche Institutionen aus dem grossen Netzwerk von Bühler und Icos nutzten die Gelegenheit, Ideen auszutauschen, Lösungen für Herausforderungen zu finden und Partnerschaften aufzubauen, um Ideen auf die nächste Stufe zu hieven. «Wir sind stolz darauf, zur Stärkung dieses kooperativen Ansatzes beizutragen, der sinnvolle Innovationen in grossem Massstab beschleunigt», sagte Ian Roberts, Chief Technology Officer bei Bühler. Als führender Lösungspartner für die Lebensmittel-, Futtermittel- und Mobilitätsbranche arbeitet Bühler mit ausgewählten Partnern zusammen, um ein globales Kooperationsnetzwerk aufzubauen. «Mit ihren etablierten Lieferketten und ihrer starken Marktposition können die hier anwesenden Unternehmen eine entscheidende Rolle auf dem Weg von Scale-ups spielen – indem sie ihnen helfen, ihr Geschäft auszubauen und ihre positive Wirkung bedeutend schneller zu verstärken», fügte Roberts hinzu.

Die Widerstandsfähigkeit globaler Ernährungssysteme stärken

Die Diskussionen beleuchteten die strukturellen Veränderungen, die die Zukunft des Lebensmittelsystems prägen, und betonten, dass Nachhaltigkeit in allen Aktivitäten verankert sein muss – nicht mehr als separates Ziel, sondern als Ausgangspunkt für Innovationen und unternehmerische Entscheidungen. Drei wesentliche Entwicklungen kristallisierten sich sowohl als Herausforderungen als auch als Chancen für die Branche heraus: der wachsende Einfluss von GLP-1-ähnlichen Therapien auf das Konsumverhalten, die Ernährungsbedürfnisse einer alternden Bevölkerung und das zunehmende Augenmerk auf hochverarbeitete Lebensmittel.

«Diese Veränderungen definieren neu, wie wir über Lebensmittel denken», sagte Ian Roberts. «Sie schaffen auch bedeutende Chancen für Unternehmer, die Lösungen entwickeln können, die Gesundheit, Erschwinglichkeit, Nachhaltigkeit und ein wunderbares Kunden-/Konsumentenerlebnis kombinieren.»

Roberts betonte zudem, wie wichtig es sei, die Widerstandsfähigkeit globaler Lebensmittelsysteme zu stärken, einschliesslich der Rolle der Landwirte, und wie notwendig inklusivere und wirtschaftlich tragfähigere Wertschöpfungsketten seien.

Herausforderungen bei der Skalierung bewältigen

In diesem Zusammenhang bleibt die Skalierung eine der grössten Herausforderungen für aufstrebende Unternehmen, die Schnelligkeit, Flexibilität und ein klares Verständnis der Marktreife erfordert. Die Teilnehmenden des Gipfels betonten, dass der Erfolg bei der Skalierung nicht nur von der technologischen Entwicklung abhängt, sondern auch von der Fähigkeit, schnell zu handeln, sich an den Kundenbedürfnissen auszurichten und Ressourcen effektiv einzusetzen. Dazu gehören der Aufbau des richtigen Teams sowie konstante Transparenz gegenüber den Kunden während der gesamten Entwicklungsphase; nicht zuletzt muss sichergestellt werden, dass die Produkte sowohl den Qualitäts- als auch den Preisvorstellungen entsprechen.

Gleichzeitig sind Scale-ups mit strukturellen und betrieblichen Hindernissen konfrontiert, die neue Ansätze für Zusammenarbeit und Industrialisierung erfordern. In der Biotechnologie können es lange Entwicklungszyklen und hoher Kapitalbedarf erschweren, in dem Tempo zu skalieren, wie es in anderen Branchen wie der Softwareentwicklung üblich ist.

Jeroen van Rotterdam, Mitbegründer und CEO von Foamlab, sagte: «Der Aufbau von Biotech-Unternehmen braucht Zeit, besonders im Vergleich zu anderen Branchen. Deshalb ist es wichtig, wo immer möglich schnell zu sein, einen Plan B und C zu haben und eng mit Partnern zusammenzuarbeiten, um die Entwicklung zu beschleunigen.»

Foamlab entwickelt biobasierte Schaumstoffe als Alternative zu herkömmlichen Kunststoffen und verbindet dabei hohe Leistungsfähigkeit mit verbesserter Nachhaltigkeit. Sein durch Fermentation hergestellter Bio-Nanocellulose-Schaum ist leicht und trotzdem strapazierfähig und für Isolierungen, Mode, Verpackungen und Industrieprodukte konzipiert. Aus Marktsicht warnten die Referenten vor einem rein technologieorientierten Ansatz.

Roger Ottenheym, CEO von Mevaldi, sagte: «Zu viele Unternehmen konzentrieren sich auf die Technologie selbst, ohne klar zu definieren, wer überhaupt die Kunden sind. Eine Skalierung erfordert ein tiefes Verständnis der Marktbedürfnisse, der Preisgestaltung und der Frage, wie sich eine Lösung in bestehende Wertschöpfungsketten einfügt.»

Mevaldi entwickelt biobasierte chemische Bausteine – die Kernbestandteile für die Herstellung von Kunststoffen und Materialien – und verwendet dabei erneuerbare Rohstoffe wie Zucker und Holzabfälle anstatt fossile Brennstoffe. In den Gesprächen kristallisierten sich Partnerschaften als zentraler Faktor heraus, der es Unternehmen ermöglicht, Zugang zu Infrastruktur zu erhalten, die Produktion zu beschleunigen und die Lücke zwischen Innovation und industrieller Umsetzung zu schliessen. Für Grossunternehmen ist Zusammenarbeit ein Weg, Innovationen voranzutreiben und effektiver auf Marktveränderungen zu reagieren. Dieser Ansatz widerspiegelt sich bei Friesland Campina, einem globalen Molkereiunternehmen mit Hauptsitz in den Niederlanden.

«Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Lösungen, die unsere Innovationsstrategie unterstützen können. Start-ups spielen dabei eine wichtige Rolle, indem sie Agilität und Energie einbringen und uns helfen, schneller voranzukommen und neue Möglichkeiten zu erkunden», sagte Jonathan Rason, Discovery & Venturing Manager bei FrieslandCampina Ingredients.

Als Genossenschaft im Besitz von Landwirten mit rund 16'000 Milchbauern in den Niederlanden, Belgien, Deutschland und Frankreich sammelt FrieslandCampina Milch ein und verarbeitet sie zu einer breiten Palette von Produkten, die in mehr als 100 Ländern vertrieben werden.

Die Möglichkeiten der KI nutzen

Die Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz (KI) in der Lebensmittel- und Bioprozessindustrie zu nutzen, stand ebenfalls im Zentrum intensiver Diskussionen. Die Teilnehmenden hoben das Potenzial der KI hervor, Entscheidungsprozesse zu unterstützen, komplexe Abläufe zu optimieren und die Effizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu steigern. Gleichzeitig wiesen sie darauf hin, dass es den Zugang zu hochwertigen Daten sowie gezielte Investitionen braucht, um dieses Potenzial auch auszuschöpfen, besonders weil Unternehmen unter zunehmendem Kosten- und Finanzierungsdruck stehen. Der «Collaborative Summit» ist für Icos Capital und Bühler weiterhin eine wichtige Plattform, um vielversprechende, nachhaltige Start-ups zu entdecken und mit ihnen in Kontakt zu treten. Beide Partner verstärken ihre Bemühungen, Unternehmen zu unterstützen, die bereit sind, zu skalieren und industrielle Wirkung zu erzielen.

Nityen Lal, Managing Partner bei Icos Capital, sagte: «Wir arbeiten weiterhin eng mit Unternehmern zusammen, die sich den wichtigen Herausforderungen in den Bereichen Lebensmittel, Werkstoffe und industrielle Systeme stellen. Wir konzentrieren uns darauf, diejenigen zu unterstützen, die bereit sind zu skalieren und messbare Wirkung zu erzielen.»

Start-ups und Innovatoren, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind, können sich direkt an Icos Capital wenden, entweder über www.icoscapital.com oder unter info@icoscapital.com.

Bühler und Icos mit mehr Wachstum bei Scale-up-Unternehmen Lebensmittel- und Biotech
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Milling Forum Europe startet im September 2026 in Brüssel

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Die Arbeitsgemeinschaft Getreideforschung (AGF) ersetzt die traditionelle Detmolder Tagung für Müllerei-Technologie.
2026
4/6/2026
Milling Forum Europe startet im September 2026 in Brüssel

Die AGF hat seine traditionelle Müllereitagung neu konzeptioniert und stärker europäisch ausgerichtet. Das Programm des Milling Forum Europe in Brüssel reicht von Rohstofffragen und Qualitätsanforderungen bis zu künstlicher Intelligenz, Marktfragen und politischen Rahmenbedingungen. Ein zentrales Element ist der Besuch der CERES-Mühle in Brüssel. Konstantin Golombek, Geschäftsführer der AGF stellt das neue Konzept im Interview vor.

Konstantin Golombek ist Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Getreideforschung AGF in Detmold.

M+M: Warum startet die AGF mit dem Milling Forum Europe?

Konstantin Golombek: Mit dem Milling Forum Europe möchten wir das bisherige Konzept der Fachtagung in Detmold modernisieren, das seit fast 80 Jahren bestand. Das neue Format soll Teilnehmer aus ganz Europa ansprechen und der Branche sowohl eine attraktive Ausstellungsfläche als auch ein Forum zum fachlichen Austausch bieten. Wir sehen einen großen Bedarf nach einer gemeinsamen Plattform, auf der sich Fachleute aus Forschung und Praxis und aus unterschiedlichen Ländern und Bereichen austauschen können.

M+M: Worin genau unterscheidet sich das neue Forum von bestehenden Branchenveranstaltungen?

Konstantin Golombek: Die AGF begleitet den Getreide- und Mühlensektor seit Jahrzehnten. In dieser Zeit hat sich die Branche deutlich spezialisiert und ausdifferenziert. Deshalb ist es wichtig Fachwissen aus Praxis und Wissenschaft stärker zusammenzuführen. Aus unserer langjährigen Arbeit ist ein belastbares Netzwerk entstanden, auf dessen Grundlage wir das europäische Forum aufbauen möchten, mit offenen Diskussionen und praxisnahen Lösungen. Das zeigt sich auch im Besuch der CERES-Mühle in Brüssel, in der die Teilnehmer technische Lösungen direkt im Betrieb sehen. Wir setzen zudem auf eine breite Mischung der Teilnehmer, damit Müller, Mühlenmanager, Technologieanbieter und Wissenschaftler miteinander ins Gespräch kommen. Auch die Zugänglichkeit spielt eine Rolle. Die Teilnahmegebühren sind so gestaltet, dass kleinere und jüngere Firmen nicht ausgeschlossen werden.

M+M: Welche fachlichen Schwerpunkte setzt das Forum 2026?

Konstantin Golombek: Das Programm deckt eine breite Spanne ab. Es geht um Rohstoffe, Qualitäten, neue technologische Entwicklungen und um Fragen der Wettbewerbsfähigkeit. Ein Schwerpunkt liegt auf künstlicher Intelligenz. Außerdem wollen wir die Perspektive der Weiterverarbeitung einbeziehen. Deshalb wird auch ein Bäcker zu Wort kommen. Darüber hinaus sind Beiträge zu politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vorgesehen und ein Blick auf den brasilianischen Mühlenmarkt.

M+M: Was erwartet die Aussteller in Brüssel?

Konstantin Golombek: Für Aussteller soll das Forum einen direkten Zugang zur fachlich relevanten Zielgruppe bieten. Wir rechnen mit bis zu 300 Müllern und Mühlenmanagern. Die Ausstellung wird nicht abseits in einer separaten Halle organisiert, sondern in die Veranstaltungsflächen integriert. Dadurch entstehen kurze Wege und mehr Gelegenheiten für Gespräche. Gleichzeitig gibt es flexible Beteiligungsmöglichkeiten und Sponsoringangebote. Das soll vor allem jenen Unternehmen helfen, die sich frühzeitig auf europäischer Ebene positionieren möchten.

M+M: Ist das Milling Forum Europe als einmalige Veranstaltung gedacht oder als langfristiges Format und wo kann man sich anmelden?

Konstantin Golombek: Es ist ausdrücklich als langfristige Plattform angelegt. Wir wollen das bewährte Veranstaltungsmodell der AGF auf eine europäische Ebene heben. Das Forum soll auch in den kommenden Jahren ein Treffpunkt für die europäische Getreide- und Mühlengemeinschaft sein. Deshalb ist es als Wanderveranstaltung konzipiert. Jede Ausgabe soll an einem anderen Standort in Europa stattfinden, möglichst mit engem Bezug zu interessanten Mühlenbetrieben und Produktionsstandorten.

Weitere Informationen für Teilnehmer, Aussteller und Sponsoren stehen unter www.millingforum.eu bereit.

Die Standanmeldung läuft über info@agf-detmold.de.

Bis zum 30. April 2026 gibt es einen Frühbuchertarif.

Der Raum im Silo Brüssel für die Aussteller ist in der Veranstaltung integriert mit kurzen Wegen und Raum für Begegnungen (Foto: Silo Brüssel).
Der Ausstellungssaal Meudon läd mit seinen hohen Decken, klaren Linien und seinem industriellen Charme zu Kreativität und Austausch ein (Foto: Silo Brüssel).
Milling Forum Europe startet im September 2026 in Brüssel
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Abubakar Bakhresa in die Milling Hall of Fame aufgenommen

Getreideverarbeitung
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Die Milling Hall of Fame hat Abubakar Said Salim Bakhresa als neues Mitglied des Jahres 2026 benannt.
2026
4/5/2026
Abubakar Bakhresa in die Milling Hall of Fame aufgenommen

Die Milling Hall of Fame hat Abubakar Said Salim Bakhresa als neues Mitglied des Jahres 2026 benannt. Die Auszeichnung wird seit 2020 von der Zeitschrift Milling and Grain gemeinsam mit dem FlourWorld Museum von MC Mühlenchemie in Wittenburg vergeben. Sie soll Persönlichkeiten würdigen, die die internationale Mühlenwirtschaft über längere Zeit geprägt haben.

Bakhresa steht an der Spitze der Bakhresa Group, eines Industrieunternehmens mit Sitz in Ostafrika. Das Unternehmen ist unter anderem in der Mehlvermahlung und in der Lebensmittelproduktion tätig. Nach Angaben der Organisatoren habe die Unternehmensgruppe unter seiner Führung ihre Vermahlungskapazität deutlich ausgebaut und ihre Stellung in der Region gestärkt. In der Begründung für die Aufnahme verweisen sie zudem auf den Beitrag des Unternehmens zur Lebensmittelversorgung in Ostafrika. Die offizielle Ehrung soll im Laufe dieses Jahres im Rahmen einer Veranstaltung der Milling Hall of Fame erfolgen. Vorgesehen ist die Übergabe einer Bronzestatuette der Bildhauerin Sibylle Waldhausen. Die Figur steht nach Angaben der Veranstalter für die Kunst des Müllerns sowie für das Spannungsfeld zwischen Rohstoffverfügbarkeit, Prozesseffizienz und Mehlqualität.

Volkmar Wywiol, Gründer der Stern-Wywiol Gruppe und des FlourWorld Museums, erklärte anlässlich der Auszeichnung, das Museum wolle die Geschichte des Müllerns sichtbar machen und zugleich Persönlichkeiten ehren, die die Zukunft der Branche mitgestalten. Die Milling Hall of Fame solle dazu dienen, internationale Verdienste um die Mühlenwirtschaft sichtbar zu machen. Mit der Aufnahme gehört Bakhresa nun zu einem Kreis bereits geehrter Persönlichkeiten aus der internationalen Mühlenbranche. Dazu zählen nach Angaben der Veranstalter unter anderem Zhighuo Dan, John G. Coumantaros, Jamal Al-Hazaa und Volkmar Wywiol.

Bakhresa hat Betriebswirtschaft an der Georgetown University studiert und sein Studium 1999 abgeschlossen. Innerhalb der Bakhresa Group war er nach Unternehmensangaben maßgeblich an der Weiterentwicklung des Konzerns beteiligt. Genannt werden dabei neben dem Ausbau der Mahlkapazitäten auch Aktivitäten in weiteren Geschäftsfeldern, darunter Medien, Zuckerproduktion sowie digitaler Handel und Zahlungsdienste.

Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit engagiert sich Bakhresa auch in anderen Bereichen. Er gehört dem Vorstand der Khalid Islamic Foundation an und ist Vorsitzender des Azam Football Club in Tansania. Die Organisatoren der Milling Hall of Fame begründen die Aufnahme mit Bakhresas langjähriger Tätigkeit in der Industrie und mit seinem Einfluss auf die Entwicklung der Mühlenwirtschaft in Ostafrika.

Abubakar Bakhresa in die Milling Hall of Fame aufgenommen
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Frühjahrsseminar 2026 des Baden-Württembergischen Müllerbundes

Verband
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Ausbildung
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Explosionsschutz
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Getreideverarbeitung
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Das Frühjahrsseminar des Baden-Württembergischen Müllerbundes fand am 27. und 28. März 2026 In Überlingen statt.
2026
4/5/2026
Frühjahrsseminar 2026 des Baden-Württembergischen Müllerbundes

Der stellvertretende Vorsitzende des Baden-Württembergischen Müllerbundes, Karl Ruthardt von der Altdorfer Mühle, eröffnete die Veranstaltung. Zum Auftakt stellte Corinna Hempel, Professorin an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen, das Ernährungssystem als Geflecht von Wechselwirkungen dar und benannte Hebel, mit denen das Ernährungsverhalten zu beeinflussen sei. Unter anderem Nudging“, also die sehr umstrittene Manipulation von Konsumenten. Danach hielt Professor Enno Bahrs von der Universität Hohenheim einen fachkundigen Vortrag über das „NOcsPS-Projekt“, welches den Ackerbau mit deutlich weniger chemisch-synthetischem Pflanzenschutz (csPSM) forciert. Bahrs rechnet mit einem künftigen Verbot dieser Mittel, die bereits bis zum Jahr 2023 landesweit um 40 bis 50% der Menge reduziert werden sollen (§17b LLG, 2020). Er verwies auf Zielkonflikte zwischen Umweltentlastung, Ertrag, Fruchtfolge und Selbstversorgung. Nach seiner Einschätzung braucht eine Bewirtschaftung ohne diese Pflanzenschutzmittel neben Forschung und Entwicklung tragfähige Vermarktungswege und staatliche Unterstützung.

Dr. Peter Haarbeck, Geschäftsführer des VGMS, im Gespräch mit dem Referenten Professor Enno Bahrs von der Universität Hohenheim.
V.l.n.r.: Frank Sauter, Geschäftsführer des Baden-Württembergischen Müllerbundes, Oberstleutnant Dr. Marcus Wohler, Leiter des Kreisverbindungskommandos Bodenseekreis, Karl Ruthardt, stellv. Vorsitzender des BaWü Müllerbundes und Dr. Peter Haarbeck, Geschäftsführer des VGMS.

Oberstleutnant Dr. Marcus Wohler, Leiter des Kreisverbindungskommandos Bodenseekreis beim Landeskommando Baden-Württemberg der Bundeswehr, sprach über den Operationsplan Deutschland und die zivil militärische Zusammenarbeit im Krisenfall. Der Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik erkennt derzeit eine Bedrohungslage und Müller sollten schon heute den Kriegsfall bedenken. Als Beispiel nannte er osteuropäische Beschäftigte, die im Ernstfall in ihre Länder zurückkehren müssten und nicht mehr als Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Ein weiteres Problem hat er im Mindset junger Leute erkannt, die nicht für Kriegspläne zu begeistern seien. Anschließend stand die personelle Stabilität der Betriebe im Fokus. Anette Groschupp von der Handwerkskammer Region Stuttgart stellte das Projekt ViFAH vor, zur Personalgewinnung aus Indien (siehe Bericht in MM 6/2026). Der erste Seminartag endete mit einem Spaziergang und einer Weinprobe im Weingut Kress. Das anschließende Abendessen bot Gelegenheit für fachlichen Austausch.

Am Samstag eröffnete Manuel Gehrke von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) mit einem Vortrag zu steigenden Anforderungen im Arbeits- und Explosionsschutz. Er kündigte eine Checkliste für Mühlenbetriebe an, die er auf Wunsch vieler Müller erstellt. Er warb dafür, Angebote der BGN stärker zu nutzen, etwa bei Staubmessungen. Bei der Liste der Berufskrankheiten liegt bei Mühlenbetrieben die Lärmschwerhörigkeit ganz vorne. Gehrke appellierte an alle, darauf zu achten, dass Mitarbeiter Hörschutz tragen. Wenig genutzt werden die Prämien- und Beitragsausgleichsverfahren der BGN. Mühlen können mindestens 500 Euro jährlich als Prämie erhalten, wenn geforderten Schutzmaßnahmen umgesetzt wurden.

Dr. Peter Haarbeck, Geschäftsführer des Verbands der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS) referierte über aktuelle Themen aus Brüssel und Berlin und zeigte auf, wie stark politische Entscheidungen und regulatorische Prozesse die Rahmenbedingungen für die Mühlenwirtschaft prägen. Zum Industriestrompreis hat die Mühlenwirtschaft einen Antrag zur Aufnahme als energieintensive Branche gestellt und erfüllt dabei wohl alle Kriterien, den der europäischen Rahmen setzt. Haarbeck rechnet mit der Entscheidung Ende des Jahres, die dann für alle Mühlenbetriebe gelten soll, unabhängig von der Betriebsgröße. Zum Abschluss seines Vortrags stellte er das Konzept des Milling Forum Europe der Arbeitsgemeinschaft Getreideforschung (AGF) vor, das vom 7.-9. September 2026 in Brüssel stattfindet und die bisherige Tagung für Müllerei-Technologie in Detmold ersetzt.

Dr. Andreas Baitinger, Rektor der Gewerblichen Schule Im Hoppenlau mit Technischer Oberschule in Stuttgart, sprach danach offen und ernüchternd über Probleme durch einen größer werdenden Kreis von Auszubildenden mit mangelnden Sprachkenntnissen, Drogenkonsum und Respektlosigkeit gegenüber dem Lehrkörper. Zudem werde der Sanierungsstau am Gebäude offensichtlich. Er lud die Anwesenden zur diesjährigen 100 Jahr Feier am 19. Juni 2026 nach Stuttgart ein und bat um zahlreiche Teilnahme. Zum Abschluss stellte Frank Sautter, Geschäftsführer des Baden-Württembergischen Müllerbundes die getätigten Maßnahmen und Geldspenden des Vereins zur Förderung der Berufsausbildung und Fortbildung für Müller vor.

V.l.n.r.: Frank Sauter, Geschäftsführer des Baden-Württembergischen Müllerbundes, Karl Ruthardt, stellv. Vorsitzender des Müllerbundes, Dr. Andreas Baitinger, Rektor der Gewerblichen Schule Im Hoppenlau mit Technischer Oberschule in Stuttgart und Kornelia Dewald, Geschäftsstelle des Müllerbundes.

Frühjahrsseminar 2026 des Baden-Württembergischen Müllerbundes
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Baden-Württemberg

Nachwuchs aus Indien für das Müllerhandwerk

Ausbildung
/
Müller
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Wirtschaft
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In Indien Azubis und Fachkräfte für das Müllerhandwerk rekrutieren.
2026
3/29/2026
Nachwuchs aus Indien für das Müllerhandwerk

Wenn man in Baden-Württemberg von indischen Auszubildenden im Handwerk hört, fällt meist der Name Jogi Lederer. Der Metzgermeister aus dem südbadischen Weil am Rhein begann im Jahr 2022, jungen Nachwuchs aus Indien anzuwerben. Mittlerweile schwört er auf die Inder und stellt gar keine deutschen Lehrlinge mehr ein.

Die Handwerkskammer Region Stuttgart nahm den Ball auf und startete 2024 ihr Projekt „Vermittlung indischer Fachkräfte und Azubis ins Handwerk (VifAH)“. Mittlerweile ist das Projekt um weitere Länder erweitert worden, die Kooperation mit den indischen Partnern wird jedoch weiter ausgebaut.

Dynamischer Wachstumsmarkt

Indien zählt zu den dynamischsten Wachstumsmärkten weltweit und verfügt über eine junge, ambitionierte Bevölkerung. Gleichzeitig stehen viele junge Menschen vor strukturellen Herausforderungen: die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber übersteigt das Angebot an qualifizierten Ausbildungsplätzen deutlich. Außerdem sind viele Ausbildungsprogramme stark theoretisch ausgerichtet und bieten eher begrenzte praktische Anteile.

Das VifaH-Projekt setzt nun auf eine gezielte, qualifizierte Zuwanderung von motivierten Nachwuchskräften nach Deutschland – mit Spracherwerb und interkulturellem Training noch im Heimatland. Parallel zu den Sprachkursen sondiert die Handwerkskammer in Zusammenarbeit mit ihren indischen Partnern, welche Interessenten sich für welches Gewerk eignen würden. Die Kandidaten treten dann per Webkonferenz in Kontakt mit potenziellen Arbeitgebern. Für diesen Anwerbeprozess bis zur Ankunft des Lehrlings sollten Betriebe bis zu ein Jahr einplanen.

Mehrmonatiger Anwerbeprozess

Die für Einreise und Ausbildung erforderlichen Sprachprüfungen werden in der Regel am Goethe Institut abgelegt. Erst mit dem Bestehen der Sprachprüfung (Niveau B1) erhält der Azubi ein Visum für Deutschland. Für die Ausbildung wird das Sprachniveau B2 empfohlen. Diese Sprachkurse können unter anderem am Don Bosco-College in Mumbai absolviert werden. Das College ist Teil des Netzwerks an Kooperationspartnern, welche die Handwerkskammer im Februar im Rahmen einer Delegationsreise nach Pune und Mumbai im indischen Bundesstaat Maharashtra besuchte.

Zusammen mit den Vertretern der Handwerkskammer Region Stuttgart nahmen an der Reise auch Unternehmen aus der Metallbranche und dem hochwertigen Innenausbau aus Baden-Württemberg teil. Neben der Fachkräfteintegration hatten sie ihr Augenmerk auf Kooperationen und die Erschließung des Marktes in Indien bzw. in Maharashtra gerichtet.

Einblick in Ausbildungsstandards und Motivation

So war auch Kornelia Dewald vom Baden-Württembergischen Müllerbund mitgereist. Sie nutzte den Austausch mit indischen Sprach- und Ausbildungszentren sowie handwerksnahen Organisationen, um konkrete Einblicke in Qualifikationen, Ausbildungsstandards und Motivation potenzieller Mitarbeiter gewinnen. Auf dem Programm stand auch der Besuch einer Bäckerei/Konditorei.

Richard Borges (links) hat sich mit seiner Konditorei auf Kuchen und Torten für besondere Anlässe spezialisiert.

Anders als bei der im deutschen Handwerk üblichen dualen Ausbildung werden entsprechende Berufe in Indien in mehrmonatigen Kursen vor allem in der Theorie und mit wenig betrieblicher Praxis vermittelt.

Die Reise bot Einblick in Bildungseinrichtungen, hier in eine Lehrwerkstatt des Symbiosis College in Pune.

Die während der Delegationsreisen besuchten Bildungseinrichtungen wie das Don Bosco ITI-Center in Mumbai, das Symbiosis-College in Pune oder auch das Siemens-Ausbildungscenter in Mumbai unterschieden sich zwar durch ihren großen Praxisanteil. Für eine Ausbildung jedoch von Anfang an im Betrieb zu arbeiten und dafür bezahlt zu werden, wie es im dualen System der deutschen Handwerksausbildung üblich ist, überraschte viele Schüler und Schülerinnen der besuchten Einrichtungen.

Die jungen Frauen erzählten den Besuchern, was ihre beruflichen Ziele sind.

Ebenso wie in Deutschland leiden die handwerklichen Berufe in Indien unter mangelndem Ansehen oder sie sind den Menschen schlichtweg nicht bekannt. Daher ist die Information über das Müllerhandwerk sowohl für die indischen Interessenten als auch die Projektbeteiligten in beiden Ländern von grundlegender Bedeutung.

Netzwerk für qualifizierte Einwanderung

Die Delegationsreise vermittelte außerdem einen Eindruck des Netzwerks, das für qualifizierte Einwanderung in Baden-Württemberg besteht und sich gerade für Handwerksbetriebe weiter verdichtet. So waren auch Vertreterinnen der Welcome Center in Stuttgart und Karlsruhe dabei. Diese Einrichtungen unterstützen Einwanderer und deren Betriebe bei Fragen rund um die Einwanderung und Integration. Neben Stuttgart und Karlsruhe gibt es neun weitere Welcome Center in Baden-Württemberg.

Kornelia Dewald (links) stellte das Müllerhandwerk vor. Rechts: Anette Groschupp von der Handwerkskammer Region Stuttgart.

Darüber hinaus gibt es an den Handwerkskammern im Land sogenannte Kümmerer, die Arbeitgeber und Azubis rund um Ausbildung, Wohnungssuche und Integration betreuen. Außerdem hat die Handwerkskammer Region Stuttgart im Januar ein Unternehmernetzwerk gegründet, in dem sich interessierte Betriebe sowie solche, die schon ausländische Azubis haben, austauschen können und ihre Erfahrungen zumal mit bürokratischen Hürden teilen können.

Dabei wurde deutlich, dass man VifAH-Projekt nicht ausschließlich im eigenen Handwerkszweig, sondern regional denken muss. So können sich auch Betriebe aus der gleichen Region, aber aus unterschiedlichen Gewerken zusammentun, um die Betreuung der Neuankömmlinge zu meistern.

Zwischen der Handwerkskammer Region Stuttgart und dem Bildungszentrum Don Bosco in Mumbai wurde eine engere Zusammenarbeit vereinbart. Zweiter von rechts: Peter Friedrich, Geschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart.

Die indischen Nachwuchskräfte sind motiviert, ins Ausland zu gehen und sich dort etwas aufzubauen – dies wurde bei der Delegationsreise deutlich. Daher stellt das ViFAH-Projekt der Handwerkskammer mit seiner gezielten und qualifizierten Zuwanderung eine Chance für das Müllerhandwerk dar. Es könnte sich zu einer Win-win-Situation entwickeln: es vermittelt motivierten jungen Menschen eine Entwicklungsperspektive – und bietet den Mühlen eine zusätzliche Zielgruppe in Zeiten des Fachkräftemangels. Für weitere Fragen zum Projekt: kornelia.dewald@muehlen.org

Nachwuchs aus Indien für das Müllerhandwerk
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Bayern

Nebenströme der Lebensmittelindustrie als neue Proteinquelle

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Proteine aus Nebenströmen erschließen Rohstoffe für eine effizientere und wirtschaftlichere Lebensmittelproduktion.
2026
3/29/2026
Nebenströme der Lebensmittelindustrie als neue Proteinquelle

Das Problem ist bekannt: Noch immer sind viele Produktionsprozesse innerhalb der Lebensmittelindustrie linear aufgebaut und nicht immer werden die dabei entstehenden Nebenprodukte vollständig genutzt. Gleichzeitig wächst die Weltbevölkerung – und der Bedarf an Protein. Eine Alternative zum tierischen Protein bieten die Nebenströme etablierter Lebensmittelprozesse, denn dort sind hochwertige pflanzliche Proteine bereits vorhanden.

Bei der Herstellung zahlreicher pflanzenbasierter Produkte wie Sojaöl (Nebenprodukt Sojakuchen), Weizenmehl (Nebenprodukt Weizenkleie), Reis (Nebenprodukt Reiskleie), oder Bier (Nebenprodukte Biertreber und Bierhefe) fallen weltweit große Mengen an proteinhaltigen Rückständen an. Mithilfe der richtigen technischen Verfahren lassen sie sich in wirtschaftlich nutzbare Proteinkonzentrate oder -isolate überführen.

Dank zentrifugaler Trenntechnik lassen sich aus Nebenströmen Proteine gewinnen – wirtschaftlich, ressourcenschonend und prozesssicher. Foto: Flottweg SE

Ein zentrales Verfahren dabei ist die Nassfraktionierung mittels Dekanterzentrifugen. In einem ersten Schritt wird das Protein durch Extraktion in einem alkalischen Medium aus dem Rohstoff gelöst. Anschließend trennt eine Zentrifuge die flüssigen von den festen Bestandteilen. Das gelöste Protein wird durch Änderung des pH-Werts ausgefällt und wiederum zentrifugal abgetrennt. In einem letzten Schritt wird das abgetrennte Protein noch gewaschen, um Reinheit und sensorische Eigenschaften zu verbessern. Auf diese Weise lassen sich Proteingehalte von über 90% erreichen (Beispiel Sojaprotein). Bei anderen Rohstoffen wie Weizenkleie oder Biertreber sind die Proteingehalte und Ausbeuten niedriger. Durch hohe Mengen und einfache Verfügbarkeit besteht dennoch ein wirtschaftliches Potenzial.

Der Flottweg Sedicanter ermöglicht die Abtrennung von Proteinsuspensionen für die nachhaltige Gewinnung pflanzlicher Proteine. Foto: Flottweg SE

Jeder Nebenstrom bringt dabei eigene Herausforderungen mit sich. Beispielsweise kann thermische Belastung aus vorgelagerten Prozessen die Proteinqualität und Ausbeute mindern. Auch Verunreinigungen oder natürliche Inhaltsstoffe können die Trennung erschweren oder einen negativen Einfluss auf die sensorischen Eigenschaften der resultierenden Proteinprodukte haben.

Gerade weil es in der Lebens- und Futtermittelindustrie an Erfahrung mit diesen neuen Proteinprodukten fehlt, braucht es in der Praxis konkrete Versuche und Produktmuster. Diese Produktmuster helfen dabei, spezifische Anwendungen zu identifizieren und Endprodukte zu entwickeln. Alles in allem, eine sehr komplexe Herausforderung.

Die Erfahrung zeigt, für eine erfolgreiche Gewinnung eines zusätzlichen Proteinproduktes bedarf es des gebündelten Knowhows von Technologieanbieter, Rohstoffproduzent und Lebensmittelhersteller. Nur durch gemeinsame Optimierung der Wertschöpfungskette können neuartige und hochwertige Proteinprodukte effizient realisiert werden – sei es in Futtermitteln oder in der Lebensmittelproduktion.

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Berlin

Schnellmethoden zur Mykotoxinbestimmung

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Multiplex-Analytik erfasst mehrere Mykotoxine parallel und beschleunigt sichere Entscheidungen in der Getreidewirtschaft
2026
3/29/2026
Schnellmethoden zur Mykotoxinbestimmung

Mykotoxine zählen zu den wichtigsten lebensmittelrelevanten Kontaminanten in der Getreidewirtschaft. Sie entstehen als Stoffwechselprodukte verschiedener Pilze und können bereits in geringen Konzentrationen gesundheitsschädlich sein. Je nach Toxin reichen die Wirkungen von immunsuppressiven und östrogenen Effekten über Nieren- und Leberschäden bis hin zu karzinogenen Eigenschaften.

Besonders relevant sind Toxine der Pilzgattungen Aspergillus, Fusarium, Penicillium und Trichoderma. Zu den regulatorisch wichtigsten Verbindungen gehören Deoxynivalenol (DON), Zearalenon (ZEN), Ochratoxin A (OTA), T-2- und HT-2-Toxin, Aflatoxine (AFL) sowie Fumonisine (FUM).

Die Bedeutung einer zuverlässigen Analytik nimmt kontinuierlich zu. Einerseits werden regulatorische Grenzwerte innerhalb der EU stetig erweitert und verschärft. Ein aktuelles Beispiel ist die Einführung von Höchstgehalten für die Summe aus T-2- und HT-2-Toxin in Lebensmitteln seit Juli 2024. Außerdem wurden niedrigere Höchstgehalte für Ergot-Sklerotien (Mutterkorn) und Ergotalkaloide beschlossen. Deren Anwendungszeitpunkte wurden allerdings für einzelne Produktgruppen um ein bzw. vier Jahre verschoben, da die praktische Umsetzbarkeit noch nicht vollständig gewährleistet ist. Andererseits erhöhen klimatische Veränderungen das Kontaminationsrisiko. Extremwetterereignisse und steigende Temperaturen begünstigen Pilzwachstum und Toxinbildung. Mutterkorn befällt normalerweise hauptsächlich Roggen. Tritt jedoch bei Weizen aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen eine Sekundärblüte auf, kann auch dort ein verstärkter Mutterkornbefall auftreten, wie der Sommer 2025 gezeigt hat.

Da Mehrfachkontaminationen in Getreide die Regel sind, steigt der Bedarf an Verfahren, die mehrere Mykotoxine parallel erfassen können. Studien berichten Ko-Kontaminationen in rund 55% der untersuchten Proben. Besonders häufig sind Kombinationen wie DON + ZEN in Weizen oder DON + FUM in Mais (Streit et al. 2013, World Mycotoxin Journal). Schnelle Screeningmethoden spielen daher eine zentrale Rolle, um Risiken frühzeitig zu erkennen und fundierte Entscheidungen zur Annahme und Freigabe von Rohwaren zu treffen.

Zur Bestimmung von Mykotoxinen stehen unterschiedliche analytische Methoden zur Verfügung, die sich hinsichtlich Genauigkeit, Geschwindigkeit und Aufwand deutlich unterscheiden.

Als Goldstandard gilt die LC-MS/MS (Liquid Chromatography Tandem Mass Spectrometry). Die Methode ermöglicht eine hochselektive Quantifizierung zahlreicher Mykotoxine in einem Analyselauf. Die Probenvorbereitung umfasst Extraktion, ggf. Aufreinigung (z. B. per Immunoaffinitätssäule), chromatographische Trennung sowie massenspektrometrische Detektion mit isotopenmarkierten internen Standards. Dank ihrer hohen analytischen Sicherheit ist die LC‑MS/MS die bevorzugte Methode für Bestätigungsanalysen und regulatorische Fragestellungen. Allerdings ist sie mit hohen Gerätekosten, qualifiziertem Personalbedarf und Analysezeiten von zwei bis sechs Stunden verbunden. Bei einer Durchführung über ein Handelslabor liegt das Ergebnis erst nach mehreren Tagen vor. Lateral-Flow-Tests und ELISA zählen zu den etablierten Immunoassay-Schnellmethoden. Das Grundprinzip dieser Immuoassay ist, dass ein Mykotoxin aus der Probe mit einem markierten bzw. immobilisiertes Toxin-Analog um die Bindungsstellen der Antikörper konkurriert. Je mehr Toxin in der Probe vorhanden ist, desto weniger markiertes Molekül kann gebunden werden. Das gemessene Signal ist daher invers proportional zur Toxinkonzentration.

Beim Lateral-Flow-Test findet diese Reaktion auf einem Teststreifen statt: Die Probe wandert durch Kapillarkräfte über verschiedene Reaktionszonen und die Bindung wird meist als farbige Linie sichtbar oder mit einem Reader gemessen. Sie liefern Ergebnisse innerhalb weniger Minuten und benötigen nur minimale Laborausstattung. Allerdings sind sie meist nur semiquantitativ und zudem stark abhängig von Matrixeffekten und Probenvorbereitung. Beim ELISA erfolgt die Immunreaktion dagegen in einer Mikrotiterplatte mit immobilisierten Toxin-Analog auf der Plattenoberfläche. Nach mehreren Inkubations- und Waschschritten wird eine enzymatische Farbreaktion ausgelöst, deren Intensität photometrisch gemessen wird und eine quantitative Messung der Toxinkonzentration ermöglicht. ELISA-Tests sind in vielen Qualitätssicherungslaboren etabliert. Aufgrund der Inkubationsphasen und Waschschritte beträgt die Analysedauer typischerweise zwei bis vier Stunden. Ein weiterer Nachteil beider Verfahren ist, dass nur ein einzelner Parameter pro Test bestimmt werden kann. Um effizient auf Ko-Kontaminationen zu testen, müssen entsprechend viele Tests parallel durchgeführt werden. Außerdem sind diese Tests stark martrixabhängig und müssen für jede einzelne Matrix neu validiert werden.

Eine neuere Entwicklung stellt der Suspension Array Fluorescence Immuno Assay (SAFIA) dar. Dieses Verfahren kombiniert Eigenschaften klassischer Immunoassays mit moderner Multiplex-Technologie.

Statt auf einem Teststreifen oder der Plattenoberfläche basiert das Prinzip auf unterschiedlich farblich kodierten Partikeln, die jeweils mit einem spezifischen Toxin-Analog beladen sind. Da jeder Farbcode eindeutig einem Mykotoxin zugeordnet ist, können mehrere Analyten in einem einzigen Messlauf bestimmt werden. Nach Mischen der Partikel mit Probe und Primärantikörpern konkurrieren freie Mykotoxine aus der Probe mit den partikelgebundenen Toxin-Analoga um die Antikörperbindung. Anschließend bindet ein fluoreszenzmarkierter Sekundärantikörper und die Partikel werden mittels Durchflusszytometrie ausgelesen: Jeder Partikel fließt einzeln durch einen Laserstrahl, wobei Farbcode und Fluoreszenzintensität gleichzeitig erfasst werden und so die Konzentration mehrerer Toxine in einer Messung bestimmt werden kann. Durch die gezielte Messung der Partikel und die spezielle Partikeloberfläche spielen Matrixeffekte eine untergeordnete Rolle.

Messprinzip des Suspension Array Fluorescence Immuno Assay

Mit der patentierten Technologie lassen sich also dank Multiplexing Ko-Kontaminationen effizient erfassen und das ohne Probleme durch Matrixeffekte.

Die verschiedenen Methoden im Vergleich.

Das Unternehmen SAFIA Technologies aus Berlin arbeitet derzeit intensiv an der Weiterentwicklung seiner Schnellmethoden, um zusätzliche regulatorisch relevante Mykotoxine wie Ergotalkaloide, Alternaria-Toxine und Patulin in die Analytik einzubeziehen.

Der Bedarf an schnellen, zuverlässigen Analysen steigt. Während LC-MS/MS der Goldstandard für Bestätigungsanalysen bleibt, gewinnen die Multiplex-Immunoassays als Screeningwerkzeug zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglichen fundierte Entscheidungen entlang der gesamten Prozesskette und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Lebensmittelsicherheit und wirtschaftlichen Stabilität der Getreidewirtschaft.

Autorin: Svenja Elsner, Technical Solutions Manager bei der SAFIA Technologies GmbH

Schnellmethoden zur Mykotoxinbestimmung
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Getreide
Interview
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Baden-Württemberg

Alternative Proteine für Bio-Backwaren

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Lupinenmehl bietet Bio-Bäckern ein regionales Eiweißmehl mit Potenzial für vegane, glutenfreie und innovative Backwaren.
2026
3/29/2026
Alternative Proteine für Bio-Backwaren

In der Bio-Backwarenherstellung gewinnt Lupinenmehl zunehmend an Bedeutung – als regionales, proteinreiches Spezialmehl, das Ernährungstrends wie Low Carb, Vegan und Bio bedient. Vor allem im Hinblick auf Regionalität eröffnet es neue Chancen. Schließlich kann die Lupine eine heimische Alternative zu Soja-Importen sein. Doch was genau ist Lupinenmehl und wie lässt es sich einsetzen?

Herkunft und Gewinnung

Lupinenmehl wird aus den Samen der Süßlupine gewonnen. Diese werden gereinigt, geschält und entbittert, um für Lebensmittel geeignet zu sein. Auch aus dem entölten Lupinenpresskuchen, einem Nebenprodukt der Ölgewinnung, lässt sich Mehl herstellen.

Von der heimischen Kulturleguminose werden blaue, weiße und gelbe Sorten angebaut. Allerdings wird in Deutschland überwiegend die blaue Lupine kultiviert. Doch auch die weiße Lupine nimmt wieder an Fahrt auf, nachdem ihr Anbau Mitte der 1990er-Jahre fast ganz zum Erliegen kam. Grund dafür war ihre Anfälligkeit gegenüber Anthraknose, einer Pilzkrankheit. Inzwischen gibt es anthraknosetoleranten Sorten, die den Anbau wieder möglich machen.

Von Natur aus weisen Lupinensamen einen hohen Alkaloidgehalt auf. Da Alkaloide toxisch sind, werden für die Herstellung von Lupinenmehl, ‑grieß, ‑schrot und ‑kleie nur Sorten aus Züchtungen mit niedrigen Alkaloid-Gehalten verwendet. Für den menschlichen Verzehr dürfen nur Lupinensorten mit einem Alkaloid-Gehalt von unter 0,02 % verwendet werden.

Deutschland ist eines der wichtigsten Anbauländer in der EU. Weltweit führt Australien beim Anbau der Süßlupine, aber auch innerhalb Europas wächst die Anbaufläche stetig.

Für den menschlichen Verzehr sind nur Lupinensorten mit niedrigem Alkaloid-Gehalt geeignet. Foto: Bioland-Hof Klein

Um das Potenzial von Lupinenmehl realistisch einschätzen zu können, lohnt ein Blick auf den tatsächlichen Anbau in Deutschland. Laut der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) lag die Anbaufläche für Süßlupinen bundesweit im Jahr 2024 bei rund 26.000 ha. Die Erntemengen beliefen sich 2024 auf 57.200 t. Zum Vergleich: 2023 waren es noch 45.500 t. Die Entwicklung wird durch neue, verbesserte Sorten und die steigende Nachfrage nach heimischen Eiweißträgern, sowohl im Futtermittel- als auch im Lebensmittelbereich, angetrieben. Beim heimischen Anbau hat Brandenburg die Nase vorn. Allein der Anbau dort macht 31,3% der Gesamtfläche in Deutschland aus. Den zweiten Platz belegt Mecklenburg-Vorpommern mit 20,8%. Aber auch in Bundesländern wie Bayern wurde der Lupinenanbau besonders stark ausgeweitet – hier stieg die Fläche innerhalb weniger Jahre von etwa 500 auf über 2.000 Hektar im Jahr 2021. 2024 hatte Bayern bereits einen Anteil von 7,3% an der Gesamtfläche.

Was den ökologischen Anbau von Lupinen betrifft, zeigt sich auch hier eine positive Entwicklung. So liegt inzwischen der Anteil der Flächen, auf dem grobkörnige Leguminosen wie die Süßlupine ökologisch angebaut werden, deutlich über dem durchschnittlichen Anteil der ökologischen Fläche in Deutschland. Bei Lupinen beläuft sich der Öko-Anteil inzwischen auf gut 43%. Das entspricht einem klaren Trend: Lupinen werden zunehmend als Bio-Speisepflanze angebaut. Das hängt vor allem auch damit zusammen, dass Leguminosen wie die Lupine eine bedeutende Rolle im Ökolandbau spielen. Aufgrund ihrer Fähigkeit Stickstoff aus der Luft zu fixieren und ihn so nachfolgenden Kulturen im Boden verfügbar zu machen, sind sie ein wesentlicher Teil des Boden- und Düngemanagements im Bio-Anbau. Öko-Betrieben, beispielsweise mit eigener Hofbäckerei, bietet der Anbau also nicht nur im Feld einen großen Vorteil, sondern die Süßlupine kann als wichtiger Rohstoff zusätzlich einen Mehrwert für die eigene Backstube erbringen.

„Gerade im ökologischen Landbau spielt die regionale Eiweißversorgung eine zentrale Rolle. Süßlupinen können in vielen Teilen Europas angebaut werden und bieten eine nachhaltige Alternative zu importiertem Soja. Lupinenmehl stärkt somit regionale Wertschöpfungsketten und macht ökologische Betriebe unabhängiger vom Weltmarkt." Iris Klein, Bioland-Hof Klein

Nährwerte im Vergleich zu anderen Mehlen

Lupinenmehl überzeugt in vielerlei Hinsicht: Es besitzt einen sehr hohen Proteingehalt – in der Regel um die 30 bis 40%. Zusätzlich liefert es viele Ballaststoffe und Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen und Kalium, während der Kohlenhydratanteil verglichen mit Getreidemehlen geringer ist.

Auch im Hinblick auf essenzielle Aminosäuren schneidet Lupinenmehl gut ab: Es enthält alle essenziellen Aminosäuren, und ist außerdem glutenfrei, was es vor allem für Menschen mit Zöliakie oder einer Glutenunverträglichkeit interessant macht.

Backeigenschaften

Das Mehl der Lupinensamen kann sowohl in Brot und Kleingebäck als auch in Teigwaren verarbeitet werden. Mit Lupinenmehl lässt sich eine lockere und schnittfeste Krume ganz ohne Weizenkleber herstellen. Auch besitzt Lupinenmehl mehr Volumen als Weizenmehl – um 100 Gramm Weizenmehl zu ersetzen, reichen 60 Gramm Lupinenmehl aus. Es bindet relativ viel Wasser und macht den Teig elastisch mit positiver Wirkung auf die Haltbarkeit und Textur. Zudem wird die Haltbarkeit durch den hohen Gehalt an Antioxidantien verlängert.

Bei Feingebäcken lassen sich Eier einsparen, da der hohen Fettanteil im Lupinenmehl für eine gute Teigbindung sorgt. Die kräftig gelbe Farbe der Lupinen bleibt im Backprozess erhalten und gibt der Krume eine ansprechende Optik. Wird der Anteil von 15% überschritten, tritt das Lupinenmehl auch geschmacklich hervor, was sich in dem charakteristischen mild-nussigen Aroma widerspiegelt.

Interessant ist beispielsweise auch die Zugabe von Lupinenschrot oder Lupinenflocken, die ebenfalls in Bio-Qualität verfügbar sind. Lupinenschrot wird als Kochstück angesetzt und über Nacht verquollen. Die Lupinenflocken können direkt zugesetzt werden und verleihen mehr Textur und Körnigkeit.

„Lupinenmehl ist ein echtes Power-Mehl: viel pflanzliches Eiweiß, glutenfrei und ideal als natürlicher Ei-Ersatz. Es bindet stark, lockert Teige und bringt eine leicht nussige Note mit – allerdings sollte man es sparsam dosieren, sonst wird’s trocken. Perfekt für moderne, proteinreiche und vegane Backideen." Iris Klein, Bioland-Hof Klein

Marktpotenzial und Chancen

Die Nachfrage nach eiweißreichen, kohlenhydratarmen und regionalen Produkten steigt stetig. Die Süßlupine erfüllt dabei alle wichtigen Trends – von Low Carb, vegan/pflanzenbasiert und glutenfrei bis hin zu gentechnikfrei und bio-regional erzeugbar. Das macht das Lupinenmehl zu einem interessanten Rohstoff für die Bio-Branche. Für Bio-Bäckereien und Hofbäckereien eröffnet Lupinenmehl ein vielversprechendes Feld: Da es regional erzeugbar ist, kann es als vielversprechende Alternative zu Soja dienen. Regionale Bio‑Rohstoffe verringern nicht nur Transport‑ und Logistikkosten, sondern ermöglichen auch die Transparenz gegenüber Verbrauchern. Weiterhin kann durch eine stabile Rückverfolgbarkeit und eine Bio‑Zertifizierung eine höhere Wertschöpfung erzielt werden.

Lupinenmehl liefert wertvolles pflanzliches Eiweiß und kann für Bio-Bäckereien eine Möglichkeit bieten, es aktiv in Rezepturen und Produkte zu integrieren. Foto: Tourismus GmbH / Stefan Leitner Photography

Ein weiterer Vorteil ist, dass Lupinensorten grundsätzlich gentechnikfrei sind, denn es finden sich derzeit keine gentechnisch veränderten Sorten am Markt. Deshalb ist es gerade in der Bio-Verarbeitung eine gute Alternative zu Sojamehl, insbesondere dann, wenn letzteres aus Drittländern importiert und eine Verunreinigung mit gentechnisch verändertem Soja nicht ausgeschlossen werden kann.

Interview mit Iris Klein zum Potenzial von Lupinenmehl

Der Bioland-Hof Klein, Mitglied im Netzwerk Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau, hat sich auf den Anbau von Leguminosen spezialisiert – darunter auch die Süßlupine. Im Interview erzählt Iris Klein, wie das Mehl aus Süßlupinen in der Verarbeitung funktioniert und wie sie die Zukunft von Lupinen hierzulande einschätzt.

M+M: Wie anders ist die Verarbeitung von Süßlupinen im Vergleich zu Getreide? Brauchen Betriebe oder auch Bio-Verarbeitungsunternehmen andere Mühlen, um aus der Lupine Mehl zu machen?

Iris Klein: Lupinen sind sehr fett- und eiweißreich. Daraus ergibt sich zum einen die Verarbeitung, zum anderen die Verwendung. Eine Hammermühle oder aber ein Stahlmahlwerk mit nachgelagerter Schnecke ist unbedingt erforderlich. Lupinenmehl wird nicht im üblichen Sinne als Mehl, sondern als Ei-Alternative verwendet – ein Esslöffel Lupinenmehl ersetzt ein Ei.

M+M: Wie verhält sich das Lupinenmehl in Produkten – sei es zum Beispiel in Falafel oder auch in Gebäck?

Iris Klein: In unseren Falafeln ist nur Platterbsenmehl, im Original nur Kichererbsenmehl. Aber auch hier werden dadurch gegenüber Getreidebratlingen (z. B. Grünkernküchle) keine Eier gebraucht. Aber auch zur Eiweißanreicherung im Brot kann es verwendet werden, zudem bleibt das Brot länger frisch, Hefebackwaren lassen sich als Teiglinge einfrieren, ohne dass die Hefe ihre Triebkraft verliert.

M+M: Wie ist die Rückmeldung Ihrer Kundschaft zu den Lupinenprodukten? Sehen Sie die Süßlupine als festen Bestandteil einer pflanzenbetonten Ernährung hierzulande?

Iris Klein: Noch ist die Lupine ein Nischenprodukt, aber ihre Beliebtheit wächst, zum Beispiel sind Tempehprodukte bei den Kunden sehr beliebt. Die Süßlupine könnte ohne Weiteres ein Bestandteil einer pflanzenbetonten Ernährung werden, bringt sie doch viele Vorteile: hochwertiges Eiweiß und viele ungesättigte Fettsäuren. Die Ansprüche an Boden und Klima passen für Deutschland. Allerdings müssen Züchtungsziele für heimische Saatgutvermehrer niedrige Alkaloidgehalte sein. Zurzeit werden die einheimischen Sorten leider nur für die Tierfütterung gezüchtet, ihr Einsatz in Nahrungsmitteln ist aber wegen des sehr hohen Alkaloidgehaltes nicht möglich. Übrigens ist auch bei Kühen der Einsatz dieser Sorten nicht zu empfehlen – die Alkaloide finden sich in der Milch wieder. Außerdem wäre es hilfreich, vermehrt Rezepte für Lupinen zu verbreiten, da die Verbraucher nicht wirklich wissen, wie sie Lupinenmehl und andere Produkte einsetzen können. Der Wille zu einer pflanzenbetonten Ernährung ist da, nur fehlen die Ideen und das Know-how.

Weiße Lupine ist Superfood des Jahres 2026

Biovision, die Schweizer Stiftung für ökologische Entwicklung, hat die Weiße Lupine zum Superfood des Jahres gekürt. Damit möchte sie auf Lebensmittel aufmerksam machen, die in der menschlichen Ernährung der Zukunft eine noch größere Rolle spielen sollten.

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Neue Führungsspitze der BVE: Dr. Bernhard J. Simon und Christof Engelke

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Stärkung der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie als starke Stimme der Lebensmittelhersteller
2026
3/25/2026
Neue Führungsspitze der BVE: Dr. Bernhard J. Simon und Christof Engelke

An der Spitze der BVE arbeiten Dr. Bernhard J. Simon und Christof Engelke künftig eng zusammen. In einer Zeit wachsender wirtschaftlicher und politischer Herausforderungen bündeln beide ihre Erfahrungen, um die Interessen der Ernährungsindustrie wirksam zu vertreten. Christof Engelke wird dabei seine politische Erfahrung und Vernetzung einbringen: Mit seiner Branchenkenntnis möchte er die inhaltliche Arbeit des Verbandes entscheidend mitgestalten und zentrale Themen gezielt in die politische und öffentliche Diskussion einbringen. Anlässlich seiner Wahl erklärt Simon:

„Die BVE ist die starke Stimme der Lebensmittelhersteller gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Als Vorsitzender möchte ich dazu beitragen, diese Rolle konsequent fortzuführen und weiter zu stärken.“

Im Amt bestätigt wurde Tim Schwertner, CCO der Privatmolkerei J. Bauer GmbH & Co. KG in Wasserburg, als Schatzmeister. Zugleich wurde der Vorstand personell neu aufgestellt: Neu in den Vorstand gewählt wurden Heike Hauerken (Mondelez Deutschland Services GmbH & Co. KG), Sebastian Gooding (Brezelbäckerei Ditsch GmbH), Thomas Dosch (Premium Food Group ApS & Co. KG) und Norbert Lötz (Verband Deutscher Großbäckereien e.V.). BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff dazu:

„Der Wechsel an der BVE-Spitze steht für Kontinuität mit neuen Impulsen. Mit Dr. Bernhard J. Simon und Christof Engelke gewinnt der Verband unternehmerische Erfahrung und strategische Klarheit. Gerade in herausfordernden Zeiten braucht es eine Führung, die eng zusammenarbeitet und unterschiedliche Perspektiven zusammenführt. Unser besonderer Dank gilt Dr. Christian von Boetticher für sein prägendes Engagement. Den neuen Vorstandsmitgliedern wünschen wir einen erfolgreichen Start und freuen uns auf frische Impulse.“

In der Ernährungsindustrie erwirtschaften 6.082 Betrieben mit knapp 674.000 Beschäftigten einen Jahresumsatz von 240,8 Milliarden Euro. Die Ernährungsindustrie ist inzwischen der drittgrößte Industriezweig Deutschlands. Dabei ist die Branche klein- und mittelständisch geprägt: 90 Prozent der Unternehmen der deutschen Ernährungsindustrie gehören dem Mittelstand an. Die Exportquote von 35 Prozent zeigt, dass Kunden auf der ganzen Welt die Qualität deutscher Lebensmittel schätzen.

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Jubiläum in Osterfeld

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Vom 20. bis 21. März 2026 traf sich die Branche zur Jubiläumsveranstaltung des Mitteldeutschen Müllerbundes.
2026
3/25/2026
Jubiläum in Osterfeld

Rund 140 Müller, Mitarbeiter aus der Mühlenwirtschaft, Fachleute aus Mühlenbau und Zulieferindustrie sowie Vertreter aus Forschung und Ausbildung kamen zu dem Forum für Technologie, Qualitätsbeurteilung und Wirtschaft. Konrad Zitzmann, Präsident des Mitteldeutschen Müllerbundes e.V., eröffnete die 30. Mitteldeutsche Müllereifachtagung und stellte das Programm und die Aussteller vor. Osterfeld hat sich für Besucher und Aussteller als Treffpunkt im Frühjahr etabliert.

CDU-Bundestagsabgeordnete Anne Aeikens mit dem Geschäftsführer des Mitteldeutschen Müllerbundes Hubertus Nitschke im Vortragssaal.
Der jungen Bundestagsabgeordneten liegt die Müllerei und der Abbau der Bürokratie am Herzen. Sie forderte die Müller auf, ihr Vorschläge zum Abbau zuzusenden.

Neben Mühle + Mischfutter war ein Fernsehteam des MDR vor Ort, um einen Beitrag für den Sachsenspiegel zu filmen, der am Abend ausgestrahlt wurde.

Einkauf und Qualität

Beim ersten Vortrag rückte der Rohstoffmarkt in den Mittelpunkt. Uwe Langenhan, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft Qualitätsgetreide und Ölsaaten Thüringen, sprach zum Thema Getreidemarkt 2026. Ist sein Bundesland beim Kornertrag eher benachteiligt, punktet es beim Proteingehalt: "Thüringen ist das Proteinland Deutschlands", so Langenhan. Aktuell belasten die Branche die extrem gestiegenen Transportkosten, eine permanent wachsende Bürokratie sowie niedrige Getreide- und steigende Düngerpreise. Das bestätigte Paul Neumann von der Saalemühle Alsleben in seinem Vortrag. Er betonte vor allem die steigenden Preise bei den Düngemitteln. Wegen Kriegen in Nahost und des chinesischen Exportstopps fallen zwei Drittel der Herstellerländer aus. Somit besteht ein erhebliches Risiko, dass Getreide knapp und teuer wird, so Neumann.

Rund 140 Gäste nahmen an der Veranstaltung in der Nähe von Leipzig in Osterfeld teil.

Nach der Kaffeepause im Ausstellerraum referierte Paul Wessling, Vorstand der Müllerei-Pensionskasse über Demographie und betriebliche Altersvorsorge (bAV). Er rechnete vor, wie eine Gehaltserhöhung in Kombination mit der bAV beim Arbeitgeber zu steuerlichen Vorteilen führen kann. (s. Interview mit Paul Wessling MM 3-4/2026, S. 48 ff.). Mindestens genauso wichtig wie die Altersvorsorge ist die Ausbildung. Thomas Koch stellte Neues aus der Müllerschule in Wittingen vor.

Die Firma Fröhlich und Saati sponsern nicht nur die Müllerschule, sie hatten auch einen Stand auf der Tagung: v.l.n.r.: Markus Appel, Lukas Michel, Lars Fröhlich (Geschäftsführer) und Sebastian Bähr.

Neben neuen Tablets und VR-Brillen können die Schüler einen Schweißschein erwerben und einen von der Fröhlich GmbH und Saati gesponserten Sieb-Bespannungstisch nutzen. Ebenfalls neu in der Schule ist das von Foss gespendete Laborgerät Infratec Nova.

Sales Manager Adrian Jaspers von Foss Analytics betreute den Stand in der Ausstellung.

Was der Alleinarbeitsplatz Müller bedeutet, zeigte Manuel Gehrke von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN). Arbeitsschutz, Gefährdungsbeurteilung und sichere Organisation von Arbeitsplätzen in Mühlen bergen viele Risiken für den Unternehmer. Er muss bewerten, was gefährliche Arbeiten sind und ob ein Arbeitnehmer diese alleine ausführen darf. Wenn Absturzgefahr besteht oder in Silos und Ex-Zonen allein gearbeitet wird, dann sollte immer eine Gefährdungsbeurteilung und/oder geeignete Meldeeinrichtungen vorhanden sein. Weitere Informationen bietet die technische Hotline sowie eine kostenlose Broschüre der BGN.

V.l.n.r.: Steffen Schramm, Rudolf Hofer und Andreas Müller von der Bühler Group.

Michaela Budau von der Kastenmüller GmbH in Martinsried hielt einen praxisnahen Vortrag zur Analytik und Qualitätsbeurteilung, die vor allem für kleinere Mühlenbetriebe geeignet ist.

Franz Schmid und Michaela Budau von der Firma Kastenmüller aus Martinsried.

Trotz kleiner Budgets und wenig Personal ist die Rohstoffbeurteilung sehr wichtig und sorgt für eine gleichbleibende Mehlqualität. Daraus folgen weniger Reklamationen und eine wesentlich bessere Prozesssteuerung. Laborarbeit beginnt immer mit einer sorgfältigen Probeentnahme. Nur wer diese richtig zieht, bekommt verlässliche Ergebnisse und kann über Feuchtigkeitswerte die Lagerfähigkeit und Schimmelbildung beurteilen, über den Proteingehalt Hinweise auf Backqualität und Mischentscheidungen bekommen und abschließend eine korrekte Abrechnung erstellen.

Robin Bruckmann und Frank Iftner von der MIAG GmbH aus Lonnerstadt.

Feuchtklebergehalt und Fallzahl sind die entscheidenden Qualitätskriterien für Weizenmehl, die maßgeblich die Backfähigkeit bestimmen und sollten ergänzend bestimmt werden. Start-up-Gründer Lukas Deuscher von Zepta Technologies aus Dresden stellte digitale Ansätze für die Nagerbekämpfung vor. Ab Juli 2026 fällt unter anderem durch rechtliche Neuerungen bei Rodentiziden die sogenannte „befallsunabhängige Dauerbeköderung“ weg. Zepta hat eine digitale Köderwaage entwickelt, die Köderfallen überwacht, Befall feststellt und durchgängig dokumentiert. Das spart zeitintensive händische Kontrollen und ermöglicht den gesetzeskonformen Einsatz von Giftködern.

Zum Abschluss des ersten Tages berichtete Gabriele Lühr über Investitionen der Deutschen Müllerschule Braunschweig (DMSB). Die Pädagogische Leiterin der weltweit einzigen Technikerschule mit staatlichem Abschluss zeigte Fotos des neuen Plansichters von Bühler. Geplant sind weitere Anschaffungen: eine Sortex, ein Walzenstuhl, ein Fliehkraftschäler und neue Laborgeräte. Der anschließende Müllerball mit Buffet setzte den geselligen Schlusspunkt des ersten Veranstaltungstages.

Urs Santschi zeigte Siebe des Plansichters SIFTO von Swisca.

Zwischen den Technikbeiträgen am Samstag referierte die Bundestagsabgeordnete Anna Aeikens (CDU/CSU) zur Entwicklung der Getreidemärkte und den Konsequenzen für Mühlen. Die Probleme sind offensichtlich bekannt, bei Lösungen tut man sich aber nach wie vor sehr schwer. Sie forderte die Teilnehmer zur Beteiligung auf. Jeder Betrieb könne ihr gerne Vorschläge zum Bürokratieabbau schicken. Aus dem Plenum wurde direkt die schwierige Situation mit den Betriebsversicherungen angesprochen. Steigende Prämien oder gar kein Versicherungsangebot erfordern schnelle Lösungen, bspw. über erweiterte steuerliche Rückstellungen. Die Abgeordnete betonte, dass sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Branche einsetzen will.

Geschäftsführer Jost Rüter von Rüter Maschinenbau.

Urs Santschi von SWISCA stellte den Plansichter Sifto vor (siehe MM 19/2024 S.17). Stefan Zitzmann aus Ingersleben sprach über neue Magnete, Reinigungstechnik und Produktsicherheit in der Mühle Zitzmann. Anne Richter und Dr. Walter Lübbe von R.-Biopharm AG stellten Schnellmethoden zur Mykotoxin-Analyse vor, die in drei Minuten Ergebnisse liefern. Rudolf Hofer, Head of Grain Innovation Center der Bühler AG, zeigte, wie die Mutterkornbelastung im Weizen mit einer effizienten Reinigung verbunden ist. Er stellte erste Ergebnisse vor, die mit einem sehr aufwendigen Versuchsaufbau in Zusammenarbeit mit der Bavaria Mühle erzielt wurden. Ein ausführlicher Bericht folgt demnächst in Mühle + Mischfutter. Tobias Kleinekemper, Sales Manager bei Haver & Boecker, sprach über Verpackungsanlagen und den Trend hin zu Ventilsäcken (siehe MM 18-19/2025 S.39).

Tobias Kleinekemper von Haver & Böcker stellte in seinem interessanten Vortrag neue Verpackungssäcke und -maschinen vor.
Zum 30. Jubiläum übergab der Bayerische Müllerbund (Rudolf Sagberger 3.v.l., Jürgen Englert 2.v.r., Dr. Josef Rampl r.) einen Mühlstein an Hubertus Nitschke l., Alexander Bartsch 2.v.l. und Konrad Zitzmann 3.v.r. vom Mitteldeutschen Müllerbund.

Für seinen Bericht über die Projektführung der Kornmühle Sachseln war Markus Nussbaumer von Numitec aus Kirchberg in der Schweiz angereist. Die kleine Mühle aus dem Voralpengebiet ist im letzten Jahr mit einem Investitionsvolumen von 2,5 Mio. Euro gebaut worden. Als 2022 in der Zentralschweiz die letzte Getreidemühle schließen musste, schlossen sich Landwirte, Gastronomen und Bäcker der Region zusammen: Sie gründeten eine Interessengemeinschaft, die innerhalb von zwei Jahren Finanzierung und Planung einer eigenen Mühle ermöglichte. 2024 gründeten sie die Kornmühle Sachseln AG. Als Standort wurde eine alte Schreinerei gefunden, die umgebaut wurde. Ein ausführlicher Bericht folgt demnächst in Mühle + Mischfutter.

Maciej Soltysiak und Kamila Pawelec von Balaguer East Europe überreichen zusammen mit dem Geschäftsführer des Mitteldeutschen Müllerbunds Hubertus Nitzschke (ganz rechts) den Gutschein für die kostenlose Aufarbeitung von zehn Walzen an den Gewinner Johannes Unger (Mitte).

Danach sprach Christian Rückert von Rückert Mühlen- und Anlagentechnik aus Landshut über Mühlenumbauten, Spezialmaschinenbau, Montage, Ersatzteile sowie gebrauchten Maschinen und Reparaturen. Zu seinem Beratungsangebot zählen die Berechnung der Pneumatik, um Energie einzusparen, und bei Umbauten eine exakte 3D-Analyse und Vermessung.

Christian und Christine Rückert stellten den Service von Rückert Mühlen- und Anlagentechnik vor, von Anlagenbau über Modernisierung bis hin zur Lieferung oder Nachbau von Ersatzteilen.

Zum Ende des Programms folgte ein Vortrag von Alexander Bartsch aus Miltitz, der über den Bau einer Senfmühle als eine Möglichkeit der Produktdiversifizierung berichtete. Die Fachvorträge zeigten, wie breit die Mitteldeutsche Müllereifachtagung angelegt ist. Neben großen Markt- und Technologiethemen fanden auch spezialisierte Projekte, handwerkliche Lösungen und individuelle Betriebswege ihren Platz. Das Schlusswort übernahm Präsident Konrad Zitzmann.

Die nächste Fachtagung in Osterfeld ist vom 19. Bis 20. März 2027.

Katrin Häckel, Leitung Vertrieb, Minderleinsmühle stellte ihre hochwertigen und beliebten Produkte aus.
Geschäftsführer Christian Kölsch und Nils Juhnke, VAS.Software.
Online Tankdeckel Überwachung mit Alarmsirene beim Diebstahlversuch hat Dr. Jürgen Stausberg von SATLOG  AutoControlling im Angebot. Jede Tankdeckelöffnung wird protokolliert. Die Pushnachricht auf das Smartphone zeigt den Standort.
Von FD Waagenbau waren Rolf Nagel und Oliver Langheim angereist.
Handwerker Rico Hochmuth von Spezialbürsten Hochmuth.
Schädlingsbekämpferin Ellen Schäfer von Hentschke + Sawatzki.
Marcel Fust von Schmid Automation.
SalesManager Dirk Kröger von Heitling Fahrzeugbau.
Thomas Fendel und Peter Böhmichen von KMH Kammann Metallbau.
Geschäftsführer des Mitteldeutschen Müllerbundes Hubertus Nitschke mit MdB Anne Aeikens und dem Geschäftsführer des Bayerischen Müllerbundes Dr. Josef Rampl.
Jubiläum in Osterfeld
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Bayern

Verbandstag 2026 Bayerischer Müllerbund

Verband
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Am 13. und 14. März 2026 fand in München der diesjährige Verbandstag des Bayerischen Müllerbundes e.V. statt.
2026
3/25/2026
Verbandstag 2026 Bayerischer Müllerbund

Wie kann ein Verbandstag besser beginnen als mit einer Führung durch das neue Backhaus des bekannten Münchner Traditionsunternehmens Rischart? „Backen in und für München“, so begrüßte Chef Magnus Müller-Rischart die Gäste an der Theresienhöhe. 110 Mitarbeiter produzieren hier etwa 120 verschiedene Produkte, vom Sandwich bis zur Spezialtorte. Seine 19 Filialen rund um München backen nicht auf, und sie werden bis zu fünfmal täglich frisch beliefert. Der alte Betrieb war zu klein geworden, jetzt wird fast die doppelte Fläche erreicht, die auch weitere Ausbauten erlaubt. Die mit 1,2 Mio. Besuchern meistbesuchte und umsatzstärkste Bäckereifiliale gehört dem Unternehmen und steht neben dem Marienplatz mit Blick auf den Viktualienmarkt.

Geschäftsführer Dr. Josef Rampl begrüßt Magnus Müller-Rischart, welcher das Backhaus in der fünften Generation seit 2009 leitet (Foto: Sabine Kemper).

Das Café Rischart am Viktualienmarkt ist das umsatzstärkste Café Deutschlands (Foto: Sabine Kemper).
Die Führung der Müllerinnen und Müller durch das neu erichtete Backhaus der Familie Rischart startet mit einem kurzweiligen Vortrag und einem Imagefilm (Foto: Sabine Kemper).
Der Vorsitzende des Bayerischen Müllerbunds Rudolf Sagberger und Geschäftsführer Dr. Josef Rampl bedanken sich für die Führung durch das neue Backhaus (Foto: Sabine Kemper).

Baubeginn war 2023 und neben der Backfabrik wurden ein Hotel mit Boardinghaus, ein Café und hundert Ein-Zimmer-Werkswohnungen errichtet. Vom obersten Stockwerk überblickt man die Wiesn, auf der während des Oktoberfestes mit Rischarts Café Kaiserschmarrn ein eignes Festzelt betrieben wird. Trotz aller Superlative merkt man während des Firmenbesuchs, dass das Unternehmen ein familiengeführter Handwerksbetrieb geblieben ist, dar Wert auf Premiumqualität legt.

Produktionsverwalter Christoph Wiedermann (Mitte) ist gelernter Bäckermeister und führte die Gruppe kompetent durch die Räume des neuen lichtdurchfluteten Backhauses Rischart (Foto: Sabine Kemper).
Während der Führung gab es genug Zeit für Fragen (Foto: Sabine Kemper).
Nach der Führung ging es auf die Dachterrasse des neuen Backhauses mit Blick auf München sowie den 100 Werkswohnungen (Fotos: Sabine Kemper).
Hans Haller, Timm Scharf (Otto Crienitz GmbH) und Dr. Rudolf Rampl auf dem Dach des neuen Backhauses (Foto: Sabine Kemper).

Dinner Speech im Kaufmanns-Casino

Am Abend trafen sich die Teilnehmer des Verbandstags zur traditionellen Dinner Speech im Kaufmanns-Casino am Münchner Odeonsplatz. Nach der Begrüßung durch Rudolf Sagberger, Präsident des Bayerischen Müllerbundes und einem kurzen Überblick von Geschäftsführer Dr. Josef Rampl hielt die Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Ulrike Scharf einen Vortrag und forderte, dass sich Arbeit und Leistung in unserer Gesellschaft wieder lohnen muss. Ebenso müssten Leistungsbereitschaft und Solidarität wieder in Einklang gebracht werden. Im Anschluss gab es die Möglichkeit zum direkten Austausch mit der Ministerin.

Der Vorsitzende Rudolf Sagberger (links) begrüßt seine Gäste Hans Haller und Norbert Lötz (rechts), Präsident des Verbandes Deutscher Großbäckereien (Foto: StMAS/Schäffler).
Die Festveranstaltung fand im Kaufmanns-Casino am Odeonsplatz statt (Foto: StMAS/Schäffler).
(V.l.n.r.): Geschäftsführer Dr. Josef Rampl, Staatsministerin Ulrike Scharf und Ralph Seibold, SchapfenMühle (Foto: StMAS/Schäffler).
Nach dem Dinnerspeech der Ministerin gab es Raum für Diskussionen (Foto: Sabine Kemper).
Mehlkönigin Luisa Winkler von der Winkler Mühle kam mit ihrem Vater zur Veranstaltung (Foto: Sabine Kemper).
Ein gelungener und gut organisierter Abend, der mit vielen Gesprächen ausklang (Foto: Sabine Kemper).

Mitgliederversammlung im Hofbräuhaus

Die Mitgliederversammlung fand am Samstag im Münchner Zimmer des Hofbräuhauses statt. Nach der einstimmigen Entlastung von Vorstandschaft und Geschäftsführung folgte ein Programmpunkt mit besonderer Aufmerksamkeit. Martin Hacker von der Hacker-Mühle in Untervilslern wurde für seinen Sieg beim internationalen Wettbewerb „Mühlenmasters“ ausgezeichnet. Nach einem Weißwurstfrühstück begann der öffentliche Teil des Verbandstags. Markus Saller, wirtschaftspolitischer Sprecher der Freien Wähler im Bayerischen Landtag, richtete ein Grußwort an die Teilnehmer und skizzierte die gegenwärtigen wirtschaftspolitischen Belastungen für Handwerk und Mittelstand. „Backwaren erzeugen Emotionen“ war das zentrale Thema von Norbert Lötz, Präsident des Verbandes Deutscher Großbäckereien: „Wir Bäcker haben das Glück, das wir sehen, was wir machen“. Zusätzlich muss die Qualität stimmen, sonst wird es für viele Betriebe nicht mehr zu schaffen sein, die Herausforderungen zu meistern. Immer wichtiger werde die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Müllerei und Bäckerei. Den Schlusspunkt setzte Dr. Jürgen Michels, Chefvolkswirt der Bayerischen Landesbank (BayernLB). Er ordnete sehr anschaulich die wirtschaftlichen Folgen der aktuellen geopolitischer Verwerfungen ein und analysierte deren Auswirkungen auf Konjunktur, Kapitalmärkte und unternehmerische Entscheidungen. Sein Vortrag kann bei Bedarf über die Geschäftsstelle des Bayerischen Müllerbundes angefordert werden.

Der Saal im Hofbräuhaus am Samstag war bis auf den letzten Platz besetzt (Foto: Sabine Kemper)
Einen sehr interessanten und kurzweiligen Vortrag mit vielen Informationen unterstützt von anschaulichen Grafiken hielt Dr. Jürgen Michels, Chefvolkswirt der Bayerischen Landesbank (BayernLB) (Foto: Sabine Kemper).
Künftige Herausforderungen der Backbranche waren das Thema des praxisnahen und spannenden Vortrags von Norbert Lötz (Foto: Sabine Kemper).

Verbandstag 2026 Bayerischer Müllerbund
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Rheinland-Pfalz

Effiziente Verpackungsprozesse realisieren

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Futtermittel
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Verpackung
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Die Herstellung von Vormischungen, Vitaminen, Zusatzstoffen und funktionellen Inhaltsstoffen für die Agrar- und Lebensmi
2026
3/24/2026
Effiziente Verpackungsprozesse realisieren

Eine leistungsfähige, flexible und hygienische Verpackungslösung ist entscheidend, um Qualität, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit dauerhaft sicherzustellen.

Die Schlüsselfaktoren für die Konzeption einer effizienten Abfülllinie sind:

– Material- und Produkteigenschaften: Je nach Struktur – Pellets, Granulate oder feine Pulver – variieren Dosier- und Wägesysteme erheblich. Pulverförmige Produkte erfordern staubdichte Systeme, Absauganlagen, luftdichte oder atmungsaktive Säcke sowie Entlüftungs- oder Verdichtungslösungen für stabil befüllte Säcke und deren Verschluss.

– Verpackungs- und Transportlogistik: Die Auswahl der richtigen Paletten sowie der Verpackungsmaterialien zum Schutz vor Verschmutzung und Feuchtigkeit oder anderer Umwelteinflüsse sowie die Palettenstabilität und Transportsicherheit ist ebenfalls ein entscheidendes Kriterium. Geeignete Verpackungen und Seitenschutz verhindern Schäden und vermeiden Rücksendungen.

– Produktvielfalt und Chargenmanagement: Viele Rezepturen und häufige Produktwechsel erhöhen den Reinigungsaufwand und die Stillstandzeiten. Gefordert sind schnelle Umrüstungen, werkzeuglose Zugänglichkeit und hygienisches Design, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden.

– Hygienedesign, Wartungszugang und Bedienerfreundlichkeit: Lebensmittel- und Futtermittelprozesse verlangen saubere, leicht zu reinigende Maschinenoberflächen und gut zugängliche Bereiche. Eine schnelle und gründliche Reinigung reduziert Stillstände und erhöht die Anlagenverfügbarkeit.

– Platzbedarf und Anlagenlayout: Bei der Erstellung eines Anlagenlayouts sind die Platzverhältnisse beim Kunden zu berücksichtigen. Einfach ist es bei einer Green-Field-Lösung (Neubau). Hier können die baulichen Gegebenheiten an die Anlagenstruktur angepasst werden. Doch meist müssen die Anlagen in existierende Umgebungen eingebaut werden, was eine große Herausforderung und Flexibilität erfordert.

Integrierte Absack- und Palettieranlage bei einem Tierfutterhersteller.

Fallbeispiel: Automatisierte Komplettlösung

Ein Hersteller von pulverförmigen Tierfutterzusätzen füllte seine Produkte ursprünglich manuell in Aluminium- und PE-Beutel ab. Der Prozess war personalintensiv, begrenzte die Leistung und erschwerte eine stabile Palettenbildung. Zur Automatisierung entwickelte SSB Wägetechnik mit TMI eine integrierte Absack- und Palettieranlage. Nach Laboranalysen der Produkte zu Dichte, Fließverhalten und Dosierbarkeit, wurde eine kompakte Lösung realisiert, bei der die automatische Absackmaschine Ilersac HCBSD das Befüllen, Entlüften und Verschweißen übernimmt, der Hybrid-Lagenpalettierer Ilerpal H die stabile Palettierung sicherstellt und anschließend die Stretchwickelmaschine Ilergir sowie der seitliche Palettenschutz durch die Kartonage Ilerbox die Palette für Transport schützen.

Alle Prozessschritte – von der präzisen Verwiegung über Abfüllung, Dichtigkeitsverschluss, Gewichtskontrolle und Ausschleusung bis hin zu Palettierung, Umwicklung und Seitenschutz – erfolgen automatisiert auf rund 75 m². Das hygienische Maschinendesign reduziert Staubemissionen, vereinfacht die Reinigung und steigert die Verfügbarkeit deutlich.

Ergebnis: Eine kompakte, flexible und hygienische Gesamtlösung, die Produktivität erhöht, Stillstände reduziert und eine sichere, wirtschaftliche Verpackungslinie für unterschiedlichste Lebensmittel- und Futtermittelzutaten ermöglicht.

Absackmaschine Ilersac HCBSD
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Getreide
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Schleswig-Holstein

MC Mühlenchemie startet neue Pastapresse

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Mess- und Labortechnik
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MC Mühlenchemie startet neue Pilot-Pastaextrusionspresse mit vertikaler Extrusion, digitalen Daten und KI-Analyse.
2026
3/23/2026
MC Mühlenchemie startet neue Pastapresse

Die Herstellung von Pasta ist ein komplexer Prozess, in dem Enzyme eine Schlüsselrolle für Bissfestigkeit, Klebrigkeit und Kochstabilität spielen. Ihre maximale Wirkung entfalten diese Enzyme in der Phase zwischen Kneten und Extrudieren. Bestimmt wird diese Wirkung durch zwei kritische Faktoren, nämlich die Verfügbarkeit von Wasser und die Verweilzeit des Teiges. Genau diese Phase ließ sich mit herkömmlichen Laborpressen, die mit horizontaler Extrusion arbeiten, bisher nur eingeschränkt kontrollieren. Die neue Presse will diese Lücke schließen.

Technische Ausstattung

Die Pilot-Extrusionspresse deckt die ersten Schritte der Pastaherstellung ab, also Mischen, Kneten und Extrudieren. Sie bietet dabei viele Steuerungsfunktionen. Die Geschwindigkeiten der beiden Kneter lassen sich unabhängig voneinander regeln; die Temperaturen von Kopf, Zylinder und Teig werden präzise gesteuert, und auch die Belüftungsgeschwindigkeit sowie die Temperatur während der Extrusion sind individuell einstellbar. Das Vakuumniveau im Kneter wird ebenso überwacht wie die Temperatur und der Anteil des Dosierwassers. Mit ihrem vertikalen Extrusionsverfahren und einem Schneckendesign, das exakt dem industrieller Pastapressen entspricht, ermöglicht sie eine realistische Teigkompression und damit präzise, auf die Großproduktion übertragbare Ergebnisse.

Digitalisierung und KI

Ein besonderes Merkmal der neuen Presse ist ihre vollständige Digitalisierung. Wo früher Versuchsdaten manuell in Excel-Tabellen erfasst wurden, steht nun ein digitales Archivsystem zur Verfügung, das jeden Test dokumentiert. Erfasst werden alle Parameter, verwendete Rohstoffe, Enzyme und Trocknungsrezepturen. Auch Jahre später lässt sich nachvollziehen, welcher Versuch für welchen Kunden unter welchen Bedingungen durchgeführt wurde.

Darüber hinaus integriert das System Funktionen der Künstlichen Intelligenz. Insgesamt 19 Berechnungsformeln analysieren Echtzeitdaten wie Teigtemperatur und Motorlast, um rheologische Parameter vorherzusagen. Diese KI-gestützte Kreuzanalyse soll es dem Entwicklungsteam ermöglichen, schneller datenbasierte Empfehlungen für Kunden zu erarbeiten. Das ist ein bedeutender Schritt in Richtung einer zukunftsorientierten, angewandten Forschung.

Vorstellung der neuen Pasta-Extrusionspresse durch Agostino Coppola (Foto: MC Mühlenchemie).

Nutzen für die Produktentwicklung

Für Kunden von MC Mühlenchemie bedeutet die neue Ausstattung, dass Tests unter Bedingungen möglich sind, die ihren eigenen Produktionsanlagen entsprechen. Die Ergebnisse aus dem Pasta-Technikum sind damit direkt auf die industrielle Fertigung übertragbar. Pastahersteller erhalten tiefere Einblicke in das Verhalten von Zutaten und die Aktivität von Enzymen, können Prozessparameter optimieren und Entwicklungszyklen verkürzen. Die Kombination aus der neuen Extrusionspresse und dem 2023 installierten Pilottrockner macht das Labor zu einer Mini-Fabrik, in der der Produktionsprozess vom Rohmehl bis zur fertigen Pasta unter industrienahen Bedingungen getestet werden kann. Dadurch ermöglicht die neue Anlage F&E-Projekte, die bisher technisch nicht umsetzbar waren. Denn die systematisch vergleichbare Datenbasis über verschiedene Kunden und Zeiträume hinweg schafft Erkenntnisse für die Produktentwicklung.

„Mit der neuen Extrusionspresse erreichen wir eine Authentizität, die in dieser Form weltweit einzigartig ist“, sagt Agostino Coppola, Senior Pasta Technologist bei MC Mühlenchemie. „Wir können jetzt nicht nur die industriellen Bedingungen exakt nachbilden, sondern durch die Digitalisierung und KI-Unterstützung auch Zusammenhänge erkennen, die bisher im Verborgenen blieben. Das ist ein echter Wettbewerbsvorteil für uns und für unsere Kunden.“
Das Pasta-Team stellt seine neue Anlage vor (Foto: MC Mühlenchemie).

Zusammenarbeit mit Fava S.p.A.

Die Pilot-Extrusionspresse ist ein weiteres Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen MC Mühlenchemie und dem italienischen Anlagenbauer Fava S.p.A. Die Maschine wurde nach den Anforderungen des Pasta-Technikums von MC Mühlenchemie entwickelt, von der mechanischen Struktur bis zur Steuerungssoftware. Bereits der 2023 installierte Pilottrockner entstand aus dieser Partnerschaft. Beide Unternehmen bündeln ihre Kompetenzen in Verfahrenstechnik, Mehlbehandlung und Enzymtechnologie, um Lösungen für die Pasta-Industrie zu entwickeln.

MC Mühlenchemie startet neue Pastapresse
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